Freiwilliges Bürgerschaftliches Engagement

Freiwillig

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Wie freiwillig ist ehrenamtliche Arbeit? In Anbetracht der derzeitigen Situation ist jedes  „freiwillige“  Bürgerschaftliche Engagement erste Bürgerpflicht.

Menschen in verzweifelten und existenzbedrohenden Lebenssituationen zu helfen. Lautstark und medienwirksam protestieren gegen mächtige Industrie- und Lobbygiganten, die gemeinsam mit der Politik gegen das Leben und für ihren eigenen Profit handeln. Soziale Projekte unterstützen, die Ungerechtigkeiten kompensieren sollen, ohne dass Gehälter für die dafür arbeitenden Menschen eingeplant werden. Was bitteschön ist daran freiwillig?  Der Mensch ist ein soziales Wesen. Sozial behinderte Menschen mal ausgenommen.

Wer kann sich freiwillig engagieren?

Wenn man sich die berufliche Situation der ehrenamtlich arbeitenden Menschen anschaut, merkt man schnell, dass es sich hierbei meist um Menschen handelt, die keinen ausgefüllten  Berufsalltag haben. Somit meist auch kein gut gefülltes Portemonnaie. Warum also lässt man Menschen unbezahlt arbeiten, die nicht genug Geld haben? Weil nicht genug Geld da ist um sie zu bezahlen.

Stimmt das?

Nein! Es ist genug Geld da, es verschwindet nur in den falschen Taschen. Mit einem neuen Steuersystem wäre das dringend benötigte Geld schnell da, wo es gebraucht würde. Luxussteuern, realistische Preise mit angepasstem Steuersatz, der auch die schädlichen Auswirkungen für die Bevölkerung berücksichtigt. Das und ähnliches würde genügen um wichtige und wertvolle Arbeit auch zu bezahlen. Und sei es auch erst mal nur mit dem Mindestlohn.

Am Ende könnte jeder Einzelne FREIWILLIG entscheiden,  ob er das erhaltene Geld behalten möchte oder als Spende wieder in das soziale System zurückfließen lässt…

Kostprobe und Vortrag beim Apfelmarkt in Rinteln

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Am Freitag und Samstag ist wieder Apfelmarkt in Rinteln. Die Brennnessellobby ist auch hier mit einem Infostand dabei. Ja, auch Äpfel und Brennnesseln verstehen sich gut, zum Beispiel als Apfelmus mit Brennnesselschaum 😉

Am Samstag halte ich um 14.00 Uhr im Bürgerhaus den Vortrag: Rintelner genießen – Apfelblüten, Brennnesseln und andere vergessene Genüsse. In dem Vortrag stelle ich meine neue Projektidee vor:

„Von der Idee des „urban gardening“  über die erste „essbare Stadt“  in Todmorden in England bis zum „food forest in Seattle, unsere Gesellschaft verändert sich. Es gibt überall auf der Welt eine Bewegung von der Gesellschaft, die Verantwortung abgibt, hin zu einer Weltgemeinschaft, die zu gemeinschaftlichem und eigenverantwortlichem Handeln aufruft. Das Projekt „Rintelner genießen“ reiht sich in diesen Wandel ein.

Rintelns eigene Ressourcen entdecken, zulassen, nutzen  und fördern ist die Herausforderung von heute. Alle Rintelner Bewohner sind dazu eingeladen, an diesem neuen Projekt teilzunehmen.“

Das Holz der Brennnessel

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Neulich bekam ich an meinem Brennnessellobbyinfostand Besuch von einer Frau, die sich als Frau Nettlebreaker vorstellte.

Namen sind eine Art Zeitfenster in die Vergangenheit. So erinnert uns der Nachname „Nettlebreaker“, also Nesselbrecher, daran, dass unsere Vorfahren noch alles, was auch nur irgendwie möglich war, aus unseren regionalen Ressourcen herausholten.

Was heute, dank moderner Maschinentechnik, in Sekundenschnelle möglich wäre, war früher ein harter Job: Am Ende des Sommers wurden die Brennnesselpflanzen von Hand geschnitten und von den Früchten und Blättern befreit.  Alles, was bei der gesamten Prozedur anfiel wurde genutzt. Die Früchte und die appetitlichen Blätter landeten in der Nahrungsmittelproduktion, braune Blätter und alle restlichen Pflanzenabfälle wurden zu wertvollem Dünger vergoren.

Die Stängel wurden getrocknet und anschließend gebrochen um die Pflanzenfasern von dem Holz zu trennen.  Aus den Fasern entstanden Kleidung, Seile und Segeltuch, ja, und selbst das Holz aus den Stängeln wurde verarbeitet: zu Papier!

Brennnessellobbystatement:

Es wird höchste Zeit die große Brennnessel wieder als regionale Kulturpflanze zu kultivieren.

Sie kann sogar Baumleben retten!!!