Challenge für Hochprozentiges

Eine Produktgattung, die ohne Werbung fast nicht überleben kann sind Spirituosen.

Optische Reize erhöhen den Erlebniswert sowohl in der Werbung, als auch im Verkauf. Je wertiger die Verpackung desto hochwertiger der Inhalt! Oder?

Könnt ihr euch die Bandbreite der Spirituosen in Pfandverpackungen vorstellen?

Der edle Cognac in der Plastikflasche?

Wie würde wohl der 40 Euro Whisky  im Vergleich zu günstigen Varianten im Geschmackstest abschneiden?

Ich habe schon seit Jahren meine Favoriten. Beim Kauf entscheidet die Angabe des Alkoholgehalts, der Geschmack (in Jahrzehnten getestet) und natürlich das Preis-Leistungsverhältnis.

Zur Zeit enthält meine Hausbar: Vodka, Doppelkorn, Grappa, Rum, Whisky und Cognac. Ausgangsmaterial sowohl für pure Genussmomente, als auch Grundlage unzähliger Kombinationen und Mixturen.

Alle werden in einheitlichen Flaschen präsentiert und meine Gäste dürfen dann raten was drin ist. Wirklich sehr spannend und interessant!

Der Werbung vertrauen? Nein, danke!

 

Am nächsten Sonntag in der Brennnessellobby zeige ich, wie ich mein berühmtes Gierschsalz herstelle und würze damit eine der letzten eigenen Tomaten des Jahres 2019.

Aus den Gierschstängeln stelle ich eine Art „Waldorfsalat“ mit den ersten Äpfeln 2019 her.

Und natürlich gibt´s wieder etwas mit Brennnesseln: eine Brennnessel-Kartoffel-Lauchcremesuppe.

Also bis Sonntag um 11 Uhr!

 

Spirituosen in neutraler Verpackung, selbstgestaltet

Klimawandel-Superkraut

Das trübe Wetter macht schon fast Lust auf Grünkohl mit Bregenwurst. In der Not tut es auch Baumspinat.

Diese tolle Pflanze wächst schon seit Jahren zuverlässig auf meinem Testbeet am Ackerrand in Deckbergen und das ohne jegliche Pflege.

Baumspinat im Topf.jpg

Im Topf ist er sogar nach dem Totalfrass durch Schnecken im Frühjahr wieder ausgetrieben.

 

Sie wird dort weder gedüngt noch gegossen und trotzdem kann ich sie mehrmals im Jahr beernten. Einfach die pink farbenen Blattspitzen abkneifen, dann bleibt sie schön niedrig und bildet immer mehr ihrer hübschen, zarten Seitentriebe.

Der Baumspinat schmeckt nach 5 min dünsten wie Blattspinat mit Muskatnuss gewürzt,  Sahne und Zwiebeln dazu und das Ganze passt als Teigtaschenfüllung, genauso wie zu Kartoffeln und ist genial lecker. Fügt man statt Sahne Salami oder Kohlwurst dazu hat man die perfekte Grünkohlalternative.

Ein Klimawandel-Superkraut!

Baumspinat im Topf Neuaustrieb

Schon in kürzester Zeit nach der Ernte regeneriert sich der Baumspinat und treibt seine neuen pinkfarbenen Blattspitzen.

 

Ein anderes Klimawandel-Superkraut ist auch die Brennnessel. Die gibt es am nächsten „Sonntag in der Brennnessellobby“ als

würzige Brennnesselbutter auf gebackenem Hokkaido,

dazu gibt es Weisskohlrohkost mit Baumspinat und

Baumspinatspitzen.jpg

Baumspinatspitzen, je nach Zubereitung können sie Spinat oder Grünkohl ersetzen. Baumspinat wächst schon seit Jahren ohne Dünger und Bewässerung auf meinem Tastbeet am Ackerrand in Deckbergen.

 

blaue Weintrauben aus eigener Ernte!

 

 

 

 

 

 

Selbstüberlistung

 

 

Es fällt mir schwer zu ernten.

Das klingt etwas eigenartig, ist aber so.

Ich liebe intakte Dinge und das natürliche Wachstum der Pflanzen fasziniert mich total. In dieses ästhetische Bild einzugreifen, geht eigentlich gegen meine Natur.

Vor allem in meinem Zimmergarten muss ich das aber tun und zwar regelmäßig. Wie schön, wenn man mit dem entstandenen Schnittgut etwas anfangen kann. Stecklinge gewinnen für die Pflanzenvermehrung.

Aber, wie viele Pflanzen braucht der Mensch?

Ich habe mehr als genug! Und meine Freunde werden regelmäßig versorgt.

Um so sympatischer ist es, wenn eine Pflanze nicht nur Deko, sondern auch Nahrung ist. Zu meinem Salbeisteckling auf der Küchenfensterbank habe ich Kerbel gesät. Nun ist es soweit: für mein Ausgewogenheitsgefühl hätte ich gern, das der Kerbel niedriger bleibt als der Salbei, also muss ich nun zur Schere greifen!

Kerbel vorher.jpg

Kerbel im Salbeitopf vor der Ernte.

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Kerbel im Salbeitopf nach der Ernte.

Kerbel auf dem Brötchen.jpg

Und fertig ist der leckere Brotbelag!

 

Und schwupps, fertig ist der Brotbelag.

War echt lecker 😉

 

Am kommenden Sonntag in der Brennnessel gibt es keinen Kerbel, denn im Garten sind erst winzige erste Blättchen zu sehen, dafür aber:

Deckberger Zwedgen mit Vanilleblumenblüten,

Gurkenhäppchen mit Quarkcreme und

Pasta mit Aglio-Olio-Brennio

 

Bis dann!

 

 

Tomate des Nordens

Wer Hagebutte googelt, wird zugeschüttet mit wertvollen Inhaltsstoffen, langen Listen ihrer Heilkraft und natürlich Rezepten.

Für mich ist sie unsere regionale Tomate. Die rote säuerliche Ummantelung der Frucht passt perfekt in Salate oder Remoulade und erinnert im Winter vollreif aus der Frucht gedrückt im Geschmack leicht an Tomatenketchup.

Vor 20 Jahren fand ich in meinem Garten einen Wildrosensämling und beschloß ihn auf meine Terrasse umzusiedeln. Wie sich seit ein paar Jahren herausgestellt hat, war das keine gute Idee. Meine Rosa Canina ist inzwischen 4 Meter hoch und windet sich mit Weinrebe, Liguster und Eibe zu einer undurchdringlichen Böschung, die spätestens im Juli ständig Laub rieseln lässt.

Die zahlreichen Früchte, die ich beim Pflanzen vor meinem geistigen Auge den ganzen Winter wildromantisch und rot leuchtend vor mir gesehen hatte, werden an diesem Standort leider schon nach kürzester Zeit schwarz und unansehnlich. Die Früchte, die erst nach dem Frost ihren eigentlichen Geschmack bekommen, taugen dann nur noch für die Tonne.

Deshalb wird diese arme alte Pflanze diesen Winter in meinem Garten nicht überleben und einen Teil der gerade von grün auf rot umfärbenden Hagebutten werde ich am Sonntag ein letztes Mal zu Hagebuttenketchup verarbeiten.

Dazu gibt es  Pommes und damit auch die Brennnessel dabei nicht zu kurz kommt versuche ich mich zum ersten Mal an veganer Brennnesselmayonnaise.

Ihr habt richtig gehört oder besser gelesen. Übermorgen um 11 Uhr könnt ihr life dabei sein, wenn ich endlich dieses Experiment angehe, das ich mir schon so oft vorgenommen habe. Jetzt ist es amtlich und es gibt kein zurück mehr 🙂

Also Pommes rot-weiss oder besser rot-grünweiss!

Ein paar Gurkenhäppchen runden das Ganze ab.

Als Erinnerung an die Rosenzeit, als die Hagebutten noch Rosenblüten waren, und den Ausblick auf die kalte Jahreszeit, die schon mit großen Schritten naht, gibt es noch Pfirsich mit Rosenblütenblättermarzipan.

Wir sehen uns Sonntag!

 

Hagebutten am Strauch.jpg

Hagebutten in luftiger Höhe. Aus Hagebutten läßt sich ein tolles Konzentrat herstellen, ähnlich wie Tomatenmark.

 

 

 

 

2. Chance für Elektroschrott

Die Tage werden wieder kürzer. Ich habe schon die erste Lichterkette wieder aus dem Keller geholt. Einschalten und wohlfühlen. Denkste!

Vor einem Jahr gekauft, zweimal angehabt und dann im Keller verstaut. Und jetzt tot! Zum Glück habe ich noch eine andere, und die funktioniert.

Also ab in die Elektroschrottkiste mit der Toten.

Aber wohin damit? Nehmen die Läden sie zurück?

Ich denke an cradle to cradle. Ja, eigentlich müsste es so eine Art Pfandsystemgeben. Die Diskussion gibt es schon Jahrzehnte, aber die Politik reagiert mal wieder nicht.

Dabei sind es wertvolle Ressourcen, die da täglich weltweit im Müll landen.

Und die Lkw´s fahren leer wieder von den Läden zurück.

Wär doch fair wenn man Geld bekäme, für die intakte Solarlampe, bei der die kleine LED nach 5x leuchten das Zeitliche gesegnet hat.

Wo bleibt die viel gepriesene Kreislaufwirtschaft?

Also ab in den Keller damit…

 

Am Sonntag gibt es natürlich wieder Kostproben in der Brennnessellobby, diesmal gibt es Baguettes mit Brennnesselbutter, Paprika-Maissalat mit Vogelmiere und Melone mit Breitwegerichfrüchten. Deren Zubereitung ist vermutlich noch beschwingt durch das Woodstockrevival in Bückeburg am Samstag- oder mit dickem Kopf?  😉

Wie auch immer, wir sehen uns um 11 Uhr!

 

Lichterkette vorm Kamin.jpg

Die Tage werden wieder kürzer. Um 5 Uhr morgens ist es wieder dunkel. Draußen fallen die Regentropfen aber mit Lichterkette wird´s gemütlich!

 

 

 

Verhüterli der anderen Art

Dieses Jahr bin ich schneller als die Wespen und Amseln. Ich hab mir die frühesten und schönsten Trauben an meiner Loggia gesichert.

Seit letztem Jahr habe ich fleißig Knoblauchnetze gesammelt, nur um sie jetzt triumphierend hervorzuholen. Die ersten Trauben beginnen sich von grün zu blau umzufärben und schwupp, sind sie auch schon eingehüllt! Bin gespannt, ob der Trick funktioniert.

Ausserdem ringe ich mit mir, ob ich den ultimativen kulinarischen Modetrend aus der Zeit Louis XIV mal ausprobiere, und Jus vert herstelle. Bekannt war der gepresste Saft aus unreifen Trauben schon in der Antike, am fanzösischen Hofe erlebte er dann seine Hoch Zeit. Hier durfte der gesunde Vorläufer des Tomatenketchups bei keiner Mahlzeit fehlen. Als Verdauungshilfe bei fettreichen Speisen war er unverzichtbar.

Morgen in der Open Hour gibt es unter anderem Brennnesselpuffer, da wäre ein Fettkiller ja angebracht! Ich hab zwar auch Apfelmus, aber saisonal gesehen ist ja jetzt keine Apfelzeit in unserer Region.

Ja, ich wage es!

Also, wenn ihr mal probieren wollt…

 

Knoblauchnetz als Traubenschutz.jpg

Taubenschutzhülle aus Verpackungsmüll. Mal schauen, ob es funktionniert. Übrigens mal als Anregung an die Verpackungsindustrie: Wie wärs denn mal mit wiederverschließbaren Netzen? #fridaysforfuture

 

 

Giersch

Mit der Blütezeit des Giersch beginnt in meinem Garten nun wieder die Haupterntezeit für diese Pflanze. Denn nun schmecken die Blätter intensiv petersilienartig und liefern Material für mein geliebtes Knoblauch-Giersch-Salz und vieles mehr.

Die Stängel haben inzwischen ihr Sellerie-Möhren-Aroma ausgebildet und die essbaren Blüten liefern süße, dekorative Toppings auf den passenden Gerichten.

Morgen könnt ihr wie immer am Sonntag um 11 Uhr in der Brennnessellobby verschiedene Kostproben genießen und Gierschblätter sind natürlich auch dabei.

 

Es gibt knusprige Brennies mit würziger Salza und Gierschhummus.

Aprikosen mit Holunder-Limettencreme sorgen für einen süßen Abschluss!

 

Also dann bis morgen!

 

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Giersch, Brennnessel und Zitronenmelisse wachsen gerne zusammen