Schokokosmee und Schokoklee

 

Essbar oder nicht? Diese Frage ist oft eine Herausforderung.

Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass die Blüten der Schokoladenkosmee nicht essbar sind. Irgendwann hatte ich mal gelesen oder gehört, dass die Blüten zwar nach Kakao duften, aber nicht essbar sind. Um so schadenfroher war mein Grinsen, als ein Fernsehgärtner beim Verzehr der Blüte so einige Schluckbeschwerden hatte.

Nun wollte ich gerade dazu was schreiben. Nur zur Sicherheit habe ich noch mal im Netz recherchiert und siehe da: Kosmeen sind essbar!

Wir sind umgeben von Nahrungsmitteln, aber die wenigsten haben noch das nötige Wissen darüber, einschließlich mir selbst, wie ihr seht.

Wie kann es sein, dass das Wissen zu einem unserer wichtigsten körperlichen Grundbedürfnisse offiziell nicht zur Allgemeinbildung gehört? Sollte es nicht in Schule und Kindergarten vermittelt werden? Sollte nicht für jeden eine Auflistung auf der Homepage des Bundesministeriums für Ernährung einsehbar sein? Oder das Bundesinstitut für Risikobewertung über die Gefahren, wie beispielsweise des übermäßigen Verzehrs von Scharbockskraut informieren?

So, nach diesem Ausflug in die Welt des Wünschenswerten, zu dem was ich eigentlich erzählen wollte:

Schokokosmee und Schokoklee schmecken trotz ihres Namens nicht wirklich nach Schokolade. Auch wenn die Blüte der Schokokosmee wirklich nach Kakao duftet und auch oft eine Schokoladenfarbe hat, ist der Geschmack eher enttäuschend, wie ich euch jetzt versichern kann 🙂 . Der Schokoklee hat schöne schokoladenfarbene Blätter, die, anstelle von Schokolade, nach Sauerampfer schmecken, genauso wie die gelben Blüten, das aber wirklich sehr lecker!

Beide haben allerdings gemeinsam, dass sie bis in die Adventszeit hinein blühen, was das Herz und die Stimmung enorm belebt!

Und das natürlich auch auf den Probierhäppchen am Sonntag:

Es gibt am ersten Adventssonntag Flammkuchen mit Lauchcreme und Brennnesselstreuseln aus meiner Tiefkühltruhe direkt in den Ofen, denn die Brennnesseln draußen sind zur Zeit nur noch für´s Basteln geeignet, doch dazu nächste Woche mehr.

Außerdem könnt ihr euch auf rote Beete mit Schokoklee und Äpfel mit Zimt und Nelkenwurz freuen.

Also dann bis übermorgen, ich freu mich auf euch!

 

Schokokosmee und Schokoklee, nah

Schokokosmee, Goldtaler und Schokoladenklee in meinem Garten, ein Hauch von Sommer bis in den Winter hinein.

Supermarktaktion am Nikolaustag

 

Ich liebe Supermärkte.

Sie tun jetzt sogar was für die Umwelt! Sie sagen:

Wir sparen Plastikmüll für Sie:

  • Sie können jetzt wiederverwendbare Säckchen kaufen, und wir sparen uns das Nachdenken über andere Lösungen und machen zusätzliche Gewinne! 
  • Sie können jetzt stabile Einkaufstaschen kaufen oder Taschen aus Stoff. Und wir bekommen jetzt noch mehr Geld dafür, dass ihr Werbung für uns lauft.
  • Wir lassen den Deckel auf den 500 g Joghurtbechern weg, wenn Sie den verbleibenden Rest schneller wegschmeißen müssen, kaufen Sie schneller wieder ein! Noch mehr Profit!

 

Plastik sparen? Find ich gut! Aber ist euch schon mal aufgefallen, dass Orangen, Kartoffeln, Zwiebeln und Co. immer noch in Säcke verpackt werden, die man aufschneiden muss? Und Salat und Co. in  Plastik eingeschweißt? Und Süßigkeiten?

Wo sind die wiederverwendbaren Verpackungen da? Wo sind die wiederverwendbaren Lösungen ohne Werbelogo?

Ausgerechnet die hauchdünnen Tütchen, die man noch dazu mehrfach verwenden kann, sollen schlecht sein?

Stabile Einkaufstaschen die man kaufen kann, ja! Aber mit Werbung drauf?

So ein Zusatzplastikdeckel auf dem Joghurt könnte ja optional sein, wer den 500 g Becher Joghurt nicht in einem Rutsch verbraucht, nimmt sich einen Deckel und derjenige, der der keinen braucht zahlt weniger an der Kasse?

Anreize schaffen zum Plastikmüll sparen, und nicht den finanziell bestrafen, der umweltverträglich einkaufen möchte.

Wo sind die Anreize für die Kunden?

Es gäbe tausende von Möglichkeiten, aber die Unternehmen suchen nach wie vor hauptsächlich nach Lösungen, die sie selbst reicher machen.

Doch wo sind die Anreize für die Unternehmen?

Bisher ist der einzige Anreiz, die Kunden zu behalten.

Wir könnten am Nikolaustag ein Zeichen setzen und den Einkauf boykottieren. Dann müssten aber alle mitmachen! Oder den Supermarktgeschäftsführern Ruten übergeben? Oder sie mit wiederverwendbaren Verpackungen überhäufen? Und Bumerangbags nähen! Oder….

Also mir persönlich gefällt der Gedanke, Flaschen und Gläser zukünftig nicht mehr in den Glascontainer zu bringen, sondern gespült in den Supermarkt 🙂

Wie dem auch sei, es sind noch 2 Wochen Zeit. Vielleicht fällt uns ja gemeinsam was Schönes ein! Hinterlasst bitte in den Kommentaren eure Ideen!

 

Sonntag um 11 Uhr gibt es in der Brennnessellobby auf jeden Fall wie jeden Sonntag wieder etwas garantiert Unverpacktes, das ihr nur im Magen mitnehmen könnt:

Warme Baguettes mit Brennnesselbutter, Meerrettichsteckrübenhäppchen und Lavendelclementinen.

Bis dann!

 

Nikolausrute

Nikolausrute für Supermärkte? Was tun für weniger Verpackungsmüll?

 

 

Latte Löwenzahn

 

Der Löwenzahn hat viel zu bieten. Erst recht jetzt im Herbst!

Nicht umsonst wird der Herbst  unter Naturliebhabern auch der kleine Frühling genannt. Die Bedingungen für den Löwenzahn waren in den letzten Wochen optimal. Kälte, viel Regen, zwischendurch Sonne.

Und nun ist er wieder am Blühen.

Ob er nun blüht oder nicht, der Herbst ist in jedem Fall die beste Zeit um die Wurzeln des Löwenzahn zu ernten. Sie werden je nach Geschmack gründlich abgebürstet oder geschält.

Am liebsten mag ich Löwenzahnwurzeln ohne Fett in der Pfanne geröstet und direkt weggeknuspert. Für Sonntag werde ich daraus „Lattelöwenzahnschokolade“ herstellen. Die gehört zu meinen bevorzugten „wilden saisonalen Genießerritualen“ und darauf freue ich mich schon das ganze Jahr!

Außerdem gibt es Brennnesselpuffer und süß-saures Möhrengemüse mit Purpurnesseln.

Also bis Sonntag um 11 Uhr, ich freu mich auf euch!

 

Löwenzahnblüten mit Kiwi

Löwenzahnblüten mit Kiwi. Wer es lieber ohne Bitterstoffe mag, zupft einfach nur die Blütenblätter aus.,

 

 

 

Eichen liefern Nahrung

Unglaublich aber jedes Kind kennt Eicheln.

Und was macht man damit? Basteln! Basteln?

Liebe Kinder und Junggebliebene, am nächsten Sonntag, könnt ihr sogar Eicheln essen. Ja, richtig gelesen, nicht nur Wildschweine können Eicheln essen, auch wir Menschen. Eicheln waren ursprünglich ein wertvolles Nahrungsmittel, für das unsere Vorfahren ein aufwändiges Herstellungsverfahren ausgetüftelt haben, denn einfach so reinbeißen kann man nicht.

Eicheln enthalten unter anderem Bitter- und Gerbstoffe, die das menschliche Verdauungssystem absolut überfordern würden. Ihr Nährwertgehalt ist allerdings so verlockend, dass sich die Vorbereitungen durchaus lohnen. Denn mal abgesehen vom Aufsammeln der Früchte, müssen sie geschält, zerkleinert und tagelang gewässert werden.

Zucker, Eiweiss und Fett sind die Belohnung.

Unserer Lebensmittelindustrie ist kein Aufwand zu groß, um aus gesunden Rohstoffen Junkfood herzustellen, aber aus ungenießbaren Roheicheln bestes Eichelmehl herzustellen, und zu menschlichen Leckereien zu verarbeiten scheint zu riskant zu sein.

So riskant wie vor ein paar Jahren Elektroautos zu bauen?

Wie dem auch sei, einmal im Jahr halte ich an diesem Ritual fest und diesmal könnt ihr probieren!

Es gibt Eichelbratlinge mit Preiselbeerbirnen und Chicoréerohkost.

Bis Sonntag um 11 Uhr, ich freu mich auf euch!

 

 

Eicheln

Eicheln kennt jedes Kind.

Der letzte Rucola aus dem Garten?

In Hannover wächst die tollste Rauke an der B6! Essen kann man sie Dank giftigem Reifenabrieb und Abgaseinlagerung leider nicht.

In meinem Garten hat es Jahre gedauert, diese leckere Pflanze zu etablieren.

Inzwischen hat sich auf dem ehemaligen Spielrasen ein Fleckchen gefunden, in dem sich ein jahreszeitlich wiederkehrender Rhytmus einer Vergesellschaftung aus Rucola, Ringelblume, Winterportulak, Baumspinat und weißem Gänsefuß eingebürgert hat.

Der Jahresrhytmus beginnt im Herbst mit dem Winterportulak und den letzten Ringelblumen. Im Frühling geht es weiter mit dem Austrieb von Brennnessel und der Rucolawildstauden, dazu gesellen sich nach und nach Baumspinat und weißer Gänsefuß, während der einjährige Winterportulak verschwindet.

In diesem Frühling, genauer gesagt, Ende April kamen noch Samen von der Studentenblume hinzu. Ich hab den Samen nicht gerade große Chancen eingeräumt, nachdem ich sie bei meinem Besuch bei Susanne Heine mitbekam, denn gekaufte Tagetespflanzen waren mit traumwandlerischer Sicherheit nach der ersten Nacht ihrer Pflanzung in meinen Garten verschwunden.

Susanne Heine, Autorin des Gartenbuches „peaceful gardening“, war da zuversichtlicher.

Wie sich bald darauf zeigte, behielt sie Recht!

Die Tagetes konnte sich tatsächlich behaupten, sogar auf meinem Testbeet am Ackerrand wuchsen einige Exemplare.

Die Blüten sind zwar, wie die Meisten der Chrysanthemangewächse geschmacklich bei Asiaten beliebt, bei Europäern allerdings nur in homöopatischer Dosierung. Ein optisches Highlight sind sie in jedem Fall.

Und das nicht nur auf dem Teller. Gerade jetzt im Herbst strahlen die Blüten durch den ganzen Garten. Momentan noch begleitet mit den gelb umfärbenden Blättern der Glyzinie. Einfach toll! Danke dir Susanne!

 

Bevor der erste Frost die Rauke im Garten ummäht, werden sie am kommenden Sonntag noch Mal auf die wohl ebenfalls letzten selbst geernteten Tomaten gelegt.

Brennnesseln gibt es dann als Rahmgemüse mit Zwiebeln und Kartoffeln. Und ich buddle mal ein paar Nelkenwurzwurzeln aus, die ich mit frischen Birnen kombiniere.

 

Wir sehen uns Sonntag um 11 Uhr! Bis dann!

 

Tagetes nah

Jede Tagetesblüte ein kleines Kunstwerk!

 

 

Tagetes

Tagetes mit sterbendem Gänsefuß und Brennesseln

 

Rucola,Ringelblume und Tagetes

Natürliches Chaos bereichert die Küche

 

Rucola mit frisch gekeimtem Winterportulak

Rucola mit frisch gekeimtem Winterportulak, Selbstaussaat!

Gartenausschnitt mit Glyzinie und Tagetes im Herbst

Gartenausschnitt mit Glyzinie und Tagetes im Herbst. Aus dem ehemaligen Spielrasen wird auf natürliche Weise langsam eine Kräuterwiese.

Ist Feldsalat ein Unkraut?

 

Wenn man Unkraut so definiert, dass eine Pflanze, die ihren Weg eigenständig in Kulturlandschaften findet, ein Unkraut ist, dann ist es eins!

Unter günstigen Voraussetzungen fangen die Feldsalatsämlinge bereits im September an zu wachsen. Wie der Name schon sagt, taten sie dies ursprünglich auf abgeernteten Feldern, wo sie den ganzen Winter gesammelt wurden.

Heute folgt nach der Ernte sofort die neue Aussaat mit dem genau auf die neue Kulturpflanze abgestimmten Unkrautvernichter. Von Feldsalat keine Spur mehr.

Auf meinem Testbeet am Ackerrand habe ich vor Jahren Feldsalat ausgesät und die einjährige Pflanze kommt seit dem jedes Jahr zuverlässig im Winter wieder zum Vorschein. Dieses Jahr hatte sich sogar eine Pflanze zwischen dem Gras ausgesät.

Schaut doch mal in eurer näheren Umgebung, ob ihr die kleinen Pflänzchen schon entdeckt!

Wenn ja, würde ich mich über eine Info sehr freuen!

Falls nicht, kommt doch Sonntag in der Open Hour der Brennnessellobby vorbei.

 

Es gibt:

Brennnesselchurros

Feldsalathäppchen und

Orangen mit gerösteten Brennnesselsamen und Vanille

 

Bis Sonntag um 11 Uhr!

 

 

Feldsalat im Gras

Man muss schon ganz genau hinschauen um zu erkennen, was da im Gras wächst!

 

Feldsalat im Gras nah

Feldsalat im Gras am Testbeet am Ackerrand in Deckbergen. Unglaublich! Mitten im Gras hatte ich ihn nicht erwartet. Bestimmt lag es daran, dass der Landwirt 2018 zum ersten Mal einen ungespritzen Blühstreifen angelegt hat (anlegen musste?) Die Aufnahme habe ich im April 2019 gemacht. Mal sehen wann und wo er in diesem Winter auftaucht.

Pflanzen, die im Winter wachsen

Es gibt rund ums Jahr Pflanzenwachstum. Auch das möchte ich in meiner sonntäglichen Open Hour in der Brennnessellobby zeigen.

Es wird natürlich schwieriger im Winter draußen etwas Essbares zu finden, aber mit ein bisschen Glück und Dank dem Klimawandel, ist es durchaus möglich.

Einige Pflanzen beginnen jetzt sogar mit dem Wachsen. Die wohlschmeckende Nachtkerze gehört dazu, die Vogelmiere, der Winterportulak, Feldsalat, Wiesenmargerite, Barbarakraut und vieles mehr sorgen für frische Vitamine.

Lasst euch überraschen, was ich diesen Sonntag in die Salatröllchen wickle.

Außerdem gibt es natürlich auch winterliche Früchte, wie die Hagebutte. die am Sonntag den  Winterglockenapfel ergänzen wird.

Und last not least wird uns der heiße Flammkuchen mit Lauchfrischkäsecreme und Brennnesselbutterstreuseln von innen kräftig einheizen.

 

Bis Sonntag um 11 Uhr in der Brennnessellobby!

 

 

Nachtkerze im Brennnessellobbygarten

Nachtkerze im Brennnessellobbygarten. Die Rosette fängt gerade an zu wachsen, ich bin gespannt, wie groß sie noch wird. Die Namen Schinkenwurzel und Rapunzelsellerie lassen erahnen, dass diese Pflanze für unsere Vorfahren keine Zierpflanze war!