2. Chance für Elektroschrott

Die Tage werden wieder kürzer. Ich habe schon die erste Lichterkette wieder aus dem Keller geholt. Einschalten und wohlfühlen. Denkste!

Vor einem Jahr gekauft, zweimal angehabt und dann im Keller verstaut. Und jetzt tot! Zum Glück habe ich noch eine andere, und die funktioniert.

Also ab in die Elektroschrottkiste mit der Toten.

Aber wohin damit? Nehmen die Läden sie zurück?

Ich denke an cradle to cradle. Ja, eigentlich müsste es so eine Art Pfandsystemgeben. Die Diskussion gibt es schon Jahrzehnte, aber die Politik reagiert mal wieder nicht.

Dabei sind es wertvolle Ressourcen, die da täglich weltweit im Müll landen.

Und die Lkw´s fahren leer wieder von den Läden zurück.

Wär doch fair wenn man Geld bekäme, für die intakte Solarlampe, bei der die kleine LED nach 5x leuchten das Zeitliche gesegnet hat.

Wo bleibt die viel gepriesene Kreislaufwirtschaft?

Also ab in den Keller damit…

 

Am Sonntag gibt es natürlich wieder Kostproben in der Brennnessellobby, diesmal gibt es Baguettes mit Brennnesselbutter, Paprika-Maissalat mit Vogelmiere und Melone mit Breitwegerichfrüchten. Deren Zubereitung ist vermutlich noch beschwingt durch das Woodstockrevival in Bückeburg am Samstag- oder mit dickem Kopf?  😉

Wie auch immer, wir sehen uns um 11 Uhr!

 

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Die Tage werden wieder kürzer. Um 5 Uhr morgens ist es wieder dunkel. Draußen fallen die Regentropfen aber mit Lichterkette wird´s gemütlich!

 

 

 

Wenn die Krähen rufen im August

… mußt du Stecklinge nehmen, oder du hast im Winter Frust!

 

Nicht mit allen Pflanzen funktioniert das so wunderprächtig, wie mit den Stecklingen vom roten Sauerklee auf dem Foto, die man einfach blühend von der Mutterpflanze abtrennen kann und die sofort unbeeindruckt blühend weiterwachsen. Aber einen Versuch ist es immer wert.

Viele Steklinge kann ich leider nicht mehr nehmen, weil mein Zimmergarten inzwischen eigentlich schon komplett ist. Auf dem Wohnzmmertisch wachen die weißen Eisbegonien langsam aus ihrer Sommerruhe auf. Sie haben zwar sporadisch ihre essbaren Blüten gebildet, aber jetzt wo die Sonne langsam wieder tiefer am Himmel steht, erleben sie so etwas wie ihren Zimmerfrühling.

Für alle anderen am Fenster beginnt jetzt wieder die schwierige Phase. Vor allem könnte ich mir vorstellen, daß die spanischen Gänseblümchen, die ich im letzten Herbst aus Stecklingen gezogen habe und die brav den ganzen Sommer über am Fenster geblüht haben, im Winter ihr Laub verlieren. Als Steckling waren sie wintergrün, aber sind sie das jetzt auch noch? Für diesen Fall muss ich mir etwas einfallen lassen.

Ich stelle die Stecklinge normalerweise für 1 Woche ins Wasser, bevor ich sie in die endgültigen Töpfe stecke. Am besten nimmt man dafür Triebspitzen, die noch nicht Trieben und manchmal bekommen auch sie Wurzeln. Das funktioniert z.B. bei der Euphorbia „Diamond Frost“.

Viel Spass beim Ausprobieren!

 

Übrigens:

Mit einem nachhaltigen Zimmergarten tragt ihr  auch zum Klimawandel bei. Ihr glaubt gar nicht wie viele Leute wöchentlich neue Zimmerpflanzen aus Gewächshäusern der ganzen Welt kaufen.

#Scientistsforfuture #fridaysforfuture

 

Ach so, fast hätte ich´s vergessen, am Sonntag könnt ihr folgendes probieren:

Käsekrustenbrennies mit Salat und Nektarinen mit essbaren Blüten.

 

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Blühende Stecklinge vom roten Sauerklee blühen unbeindruckt weiter, wenn man sie in feuchte Erde steckt und bewurzeln in wenigen Tagen.

Workshop: Know how for future

Massentierhaltung, aber auch Massenpflanzenhaltung, belasten unser Klima und unsere Gesundheit.

Wir transportieren unnötig Wasser durch die Gegend und verbrauchen immer mehr Energie um einfache Mahlzeiten herzustellen.

Wie einfach und nachhaltig Ernährung sein kann, und warum es nicht nur Spass macht, sondern auch sinnvoll ist, Essbares in unserer unmittelbaren Lebensumgebung großzuziehen, erfahrt ihr in diesem Workshop.

 

Dauer des Workshops ca. 3 Stunden

Kosten pro Teilnehmendem 30 Euro (inklusive Beispielmahlzeit)

 

Termine und individuelle Vorlieben können wir ab sofort miteinander absprechen. Einfach per Email oder Telefonat.

Für Gruppen bis 5 Personen in der Brennnessellobby in Deckbergen,

Für Gruppen von 10 bis 25 Personen im Schulbiologiezentrum Burg in Hannover

 

Jetzt anmelden!

 

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Eisbergsalat oder Moschusmalve? Warum Leitungswasser das bevorzugte Getränk sein sollte und welche simplen Zubereitungstechniken für Mahlzeiten es gibt, erfahrt ihr im neuen Workshop!

 

 

„So ein Gerupf wolln wir hier nicht!“ Von einer sterbenden Friedhofskultur und den Möglichkeiten für die Zukunft

 

 

Ich stehe mal wieder fassungslos vor dem Müllcontainer am Seetorfriedhof in Rinteln und kann es nicht fassen, da liegen Sommerblumen, vollkommen intakt, der einzige Markel: einige ihrer Blüten sind verblüht!

Wenige Tage vorher haben sie noch im Laden gestanden, Voll erblühte Schönheiten monatelang gepäppelt im Gewächshaus, nur für diesen einen Moment in dem sie verführerisch signalisieren: nimm mich mit, ich bin jeden Cent wert!

Einige von ihnen sind winterharte Stauden, Polsternelken sind gerade im Trend, andere sind sogenannte Sommerblüher, meist exotische Schönheiten, die von Mai bis Oktober ihren unwiderstehlichen Blütencharme spielen lassen.

Und nun am 31. Mai, ein, vielleicht zwei Wochen nach dem Kauf, liegen sie hier im Kompostmüll, vereint mit Veilchen, Primeln, und anderen Frühblühern, die jetzt ebenfalls Platz machen müssen für etwas Schöneres, etwas Neues.

Ich setze meinen Spaziergang über den Friedhof fort. Ich habe das schon als Kind geliebt, diese eigenartige Stimmung auf Friedhöfen.

Damals mit meinem Opa in Hildesheim. Diese Mischung aus antiken Grabmalen, teils sehr berührenden, imposanten, weißen Bauten, mit großen Statuen davor, und den liebevoll gepflegten  Blumenbeeten. Überall lag dieser Duft nach Kiefern und Blüten, die Vögel tirilierten und alle Menschen grüßten sich freundlich, auch wenn sie sich nicht kannten.

Das hat mich geprägt. Dann später die Mütter von Freundinnen, die verzweifelt feststellten, dass sie ja auch noch zum Friedhof fahren müssen, um Blumen zu gießen, oder Unkraut zu jäten. Und die Einstellung meiner Eltern, die Friedhöfe, zumindest für sie selbst, für überflüssig hielten. Einfach die Asche irgendwo verstreuen, wir sind doch sowieso alle nur Sternenstaub. Wichtig ist das hier und jetzt und die Erinnerung an eine Person im Herzen.

Ja, so sehe ich das auch, die Erinnerung an eine geliebte Person hat man im Herzen. Man kann sie immer bei sich haben.

Die Gedanken sind frei!

Man muss nicht auf den Friedhof gehen, um zu zeigen, dass man einen Menschen geliebt hat. Wie wichtig man ihn fand wird sich Außenstehenden nie erschließen.

Und trotzdem.

Da ist etwas in diesem Totenkult der Menschen, was wichtig ist. Egal ob es die Mumien in den Pyramiden sind oder aufeinandergestapelte Steine auf einer Grabstelle, es macht etwas in uns!

Und das gilt es neu zu denken.

Mir gefällt die Idee, die  in Hannover immer mehr Anhänger findet, statt Kränze auf das Grab zu legen, an den Straßenrändern Zwiebelblumen zu pflanzen. Ein bunter Blumengruß, der sagt, dass die Toten irgendwie noch bei uns sind und sei es nur in der Erinnerung.

Das sie wieder Bestandteil der Natur sind, aus der wir alle kommen und in die wir auch alle wieder gehen.

Dann die Fried- oder Ruhewälder, das pressen von Diamanten und und und. Individuell betrachtet ergeben viele Dinge einen Sinn.

Aber die derzeitige Diskussion, die Friedhöfe abzuschaffen, finde ich schade.

Wenn ich zum Beispiel in Deckbergen, meinem derzeitigen Wohnort, über den kleinen Friedhof gehe, sagen mir die meisten Namen auf den Grabstellen wenig. Und doch ist der ein oder andere Name dabei, der mich sehr berührt.

Und diesen Menschen möchte ich danken, aber nicht mit sinnlosem Wechselflor. Es sollte etwas Besonderes sein. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass man die Bepflanzung auf einen besonderen Höhepunkt des Toten ausrichtet, auf den Geburtstag, auf ein besonderes Ereignis, das ihn oder Sie mit Deckbergen oder mit Verwandten, oder Freunden verbunden hat. Dann sollte sein Grab von weitem erkennbar sein. Dann sollten Blüten über dem Grab tanzen, für alle Menschen die den Friedhof besuchen.

Denn einen Besuch ist jeder Friedhof wert, auch so ein kleiner wie hier in Deckbergen. Mich als Naturliebhaberin zieht er magisch an, weil sich jedes Jahr im Winter so viele Hornveilchen auf den Schotterflächen und in den Gehwegritzen ansiedeln. Und im Juni erscheinen bodendeckende Sommerblumen wie Husarenknöpfchen und Männertreu. Nirgends in Deckbergen gibt es so eine vielfältige und buntleuchtende Insektentankstelle wie auf diesem Friedhof.

Leider fällt alles was von selbst dort blühen möchte, irgendwann den pflegenden Händen zum Opfer.

Im Falle von meterhohen Diesteln und Königskerzen kann ich das an bestimmten Stellen natürlich nachvollziehen, aber warum muss man immer eine Einheitslösung finden? Muss überall Raseneinheitsgrün und gepflasterte Flächen dominieren?

Bei einem Vorortgespräch mit dem Kirchenvorstand sagte eine Dame: „So ein Gerupf wolln wir hier nicht!“

Immerhin ließ der Kirchenvorstand zu, dass wir das seit einem Jahr verwahrloste Beet neben der Kapelle mit so einem „Gerupf“ bepflanzen durften. Nach einer Ankündigung der Idee beim Gemeindenachmittag und in der Zeitung fanden sich auch einige Helfer. Gemeinsam retteten wir Blütenpflanzen aus dem benachbarten Komposthaufen.

Nun ist dieses Beet ein weiteres Highlight auf meiner Deckberger Spaziergangsrunde, die ich ab und zu drehe. Verblühte Blüten abzupfen und bei Trockenheit gießen, gestorbene Pflanzen durch neue Schönheiten vom Kompostmüll ergänzen. Das ist nun eine neue, befriedigende Aufgabe, die ich gerne erledige.

Ein paar DeckbergerInnen habe ich schon angesteckt. Vielleicht ist das ja der Beginn von einer neuen Friedhofskultur?

 

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Stiefmütterchen und Veilchensämlinge zwischen den Grabstellen auf dem Friedhof in Deckbergen

 

 

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Diese Pflanzen und Pflanzschale fand ich in unterschiedlichen Abfallbehältern am Friedhof in Rinteln. Mit viel Energie erzeugt und nach wenigen Tagen weggeworfen, nur weil sie mal kurz die Köpfe hängen lassen oder Verblühtes herausgeschnitten werden muss.