Sonnenblumen mit Schmutz, bitte!

Ich habe gerade erfahren, dass es für den Floristenbedarf gelungen ist, Sonnenblumen den lästigen Pollen wegzuzüchten, damit sie den „Schmutz“ nicht in der Wohnung verstreuen!

Diese Schmutz streuende Pflanze ist eigentlich sowieso nicht für die Wohnungsdeko gedacht, sondern möchte gerne an sonnigen Tagen mit ihren Pollen und Nektar strotzenden Blüten dem Verlauf der Sonne folgen und dabei von möglichst vielen Insekten besucht werden, für die sie diesen produziert.

Sinn dieser freigiebigen und scheinbar naiven Aktion ist es Samen auszubilden. Diese Samen sichern das natürliche Überleben dieser meist 1 jährigen Pflanzen. Ein schöner Nebeneffekt dabei ist, dass sie mit diesen energiereich ausgestatteten Embryos nicht nur die Embryos selbst, sondern außerdem noch Mensch und Tier damit beglückt in dem sie übermäßige Mengen davon produziert.

Für alle, die sich die Sonnenblumenblüte lieber bei einem schönen Spaziergang anschauen, gibt es diesen Sonntag in der open hour der Brennnessellobby:

Orangenscheiben mit Sonnenblumenkernen,

Kartoffellauchcreme mit Brennnesseln und

Weißkohlhäppchen mit Fetthenne.

Wir sehen uns Sonntag um 11 Uhr, ich freu mich auf euch!

 

Sonnenblumernkerne durch Schmutz

Sonnenblumenkerne durch „Schmutz“, oder besser gesagt: Dank „Schmutz“.

 

 

 

Klimawandel-Superkraut

Das trübe Wetter macht schon fast Lust auf Grünkohl mit Bregenwurst. In der Not tut es auch Baumspinat.

Diese tolle Pflanze wächst schon seit Jahren zuverlässig auf meinem Testbeet am Ackerrand in Deckbergen und das ohne jegliche Pflege.

Baumspinat im Topf.jpg

Im Topf ist er sogar nach dem Totalfrass durch Schnecken im Frühjahr wieder ausgetrieben.

 

Sie wird dort weder gedüngt noch gegossen und trotzdem kann ich sie mehrmals im Jahr beernten. Einfach die pink farbenen Blattspitzen abkneifen, dann bleibt sie schön niedrig und bildet immer mehr ihrer hübschen, zarten Seitentriebe.

Der Baumspinat schmeckt nach 5 min dünsten wie Blattspinat mit Muskatnuss gewürzt,  Sahne und Zwiebeln dazu und das Ganze passt als Teigtaschenfüllung, genauso wie zu Kartoffeln und ist genial lecker. Fügt man statt Sahne Salami oder Kohlwurst dazu hat man die perfekte Grünkohlalternative.

Ein Klimawandel-Superkraut!

Baumspinat im Topf Neuaustrieb

Schon in kürzester Zeit nach der Ernte regeneriert sich der Baumspinat und treibt seine neuen pinkfarbenen Blattspitzen.

 

Ein anderes Klimawandel-Superkraut ist auch die Brennnessel. Die gibt es am nächsten „Sonntag in der Brennnessellobby“ als

würzige Brennnesselbutter auf gebackenem Hokkaido,

dazu gibt es Weisskohlrohkost mit Baumspinat und

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Baumspinatspitzen, je nach Zubereitung können sie Spinat oder Grünkohl ersetzen. Baumspinat wächst schon seit Jahren ohne Dünger und Bewässerung auf meinem Tastbeet am Ackerrand in Deckbergen.

 

blaue Weintrauben aus eigener Ernte!

 

 

 

 

 

 

2. Chance für Elektroschrott

Die Tage werden wieder kürzer. Ich habe schon die erste Lichterkette wieder aus dem Keller geholt. Einschalten und wohlfühlen. Denkste!

Vor einem Jahr gekauft, zweimal angehabt und dann im Keller verstaut. Und jetzt tot! Zum Glück habe ich noch eine andere, und die funktioniert.

Also ab in die Elektroschrottkiste mit der Toten.

Aber wohin damit? Nehmen die Läden sie zurück?

Ich denke an cradle to cradle. Ja, eigentlich müsste es so eine Art Pfandsystemgeben. Die Diskussion gibt es schon Jahrzehnte, aber die Politik reagiert mal wieder nicht.

Dabei sind es wertvolle Ressourcen, die da täglich weltweit im Müll landen.

Und die Lkw´s fahren leer wieder von den Läden zurück.

Wär doch fair wenn man Geld bekäme, für die intakte Solarlampe, bei der die kleine LED nach 5x leuchten das Zeitliche gesegnet hat.

Wo bleibt die viel gepriesene Kreislaufwirtschaft?

Also ab in den Keller damit…

 

Am Sonntag gibt es natürlich wieder Kostproben in der Brennnessellobby, diesmal gibt es Baguettes mit Brennnesselbutter, Paprika-Maissalat mit Vogelmiere und Melone mit Breitwegerichfrüchten. Deren Zubereitung ist vermutlich noch beschwingt durch das Woodstockrevival in Bückeburg am Samstag- oder mit dickem Kopf?  😉

Wie auch immer, wir sehen uns um 11 Uhr!

 

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Die Tage werden wieder kürzer. Um 5 Uhr morgens ist es wieder dunkel. Draußen fallen die Regentropfen aber mit Lichterkette wird´s gemütlich!

 

 

 

Löwenzahnlöckchen

Das Löwenzahn gesund ist, das habt ihr ja sicherlich schon gehört. Aber wie und was man am Besten zubereitet, ist schon wieder ein anderes Problem.

Am morgigen „Sonntag in der Brennnessellobby“ könnt ihr die besten Teile davon probieren.

Als:

marinierte Löwenzahnlöckchen und als

strahlend gelbes Kiwitopping

warm und knusprig sind garantiert wieder die Käsekrustenbrennies

Also bis morgen um 11 Uhr. Aber halt. Noch ein Tipp für die Dekoqueens:

Bevor die Blüten des Löwenzahns zu Pusteblumen werden, kann man sie noch in eine fast ewig haltbare Trockenblume umwandeln. Auch das könnt ihr morgen anschauen und erfragen.

 

 

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Pusteblumenzweige für die Ewigkeit. Nur eine von vielen Verwendungsmöglichkeiten für den Löwenzahn

 

Brombeerblätterflauschzeit

Brombeerpflanzen sind in der Bevölkerung ähnlich verhasst, wie Brennnesseln. Die wilde Brombeere ist auch bei Gärtnern unbeliebt und wird gnadenlos verfolgt.

In meinem Garten hat sie daher Asyl gefunden, als sie von der ehemaligen Kuhweide nebenan bei mir in den Maschendrahtzaun kroch.

So langsam beginne ich diese Pflanze und ihre Wuchsgewohnheiten zu verstehen und auch wenn sie beim Ernten der leckeren Früchte versucht, mich mit ihren Dornenhaken festzuhalten, sind wir inzwischen Freunde geworden.

Was die wenigsten wissen, ist, dass auch ihre Blätter ein wertvolles Nahrungsmittel sind. Und jetzt im Frühling ist die allerbeste Zeit mit den Blättern zu experimentieren.

So lange sich die Blattbüschel aus den überwinterten Knospen schieben, sind sie noch frei von der Dornenleiste, die sich normalerweise auf der Blattunterseite befindet und sonst erst aufwändig herausgeschnitten werden muss.

Heute in der open Hour der Brennnessellobby könnt ihr sie probieren gemeinsam mit einer Kräutermischung in der Remoulade.

Bis später also im Agnes- Nordmeier- Weg 7 in Deckbergen!

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Blutpflaumenblüten mit Mandeln

Die Blutpflaume in meinem Garten blüht. Oder vielmehr, das was von ihr übrig ist. Denn vor einigen Jahren ist sie eigentlich gestorben. Aber eben nicht ganz. Ein paar Triebe leben noch, oder wieder, oder sind neu.

Diese Blüten sind Teil des heutigen Menüs in der Brennnessellobby, die von meinen Besuchern probiert werden können.

Heute präsentiere ich sie ganz puristisch, praktisch so wie sie vermutlich schon vor tausenden von Jahren verspeist wurden: als nahrhafter Snack mit unbehandelten Mandeln aus dem Wintervorrat.

Sozusagen „mundgemachtes“ Marzipan. Ja, dies ist eigentlich das Originalmarzipanrezept. Später wurde es für die Herrschenden versüßt und mit echten Blüten von Prunus- oder Rosengewächsen mit Rosenwasser parfümiert.

Die Nahrungsmittelindustrie beschränkt sich inzwischen ganz auf Zucker und Mandeln.

Für die Süßen unter uns werde ich noch selbst gekochten Zuckersirup zum Dippen dazustellen. Für die Herzhaften noch Salzmandeln backen.

Als Gemüserohkost gibt es heute Tomaten mit dem ersten Bärlauch Deckbergens.

Und das warme Gericht wird bestritten von Brennnessel-Lauch-Cremegemüse mit Backkartoffeln.

Ich hoffe, ich vergesse dabei nicht die Mandeln im Ofen, die im Gegensatz zu den Kartoffeln nur wenige Minuten im Ofen verbringen dürfen.

Na, ja, das werdet ihr ja dann um 11 Uhr im Agnes-Nordmeier-Weg 7 sehen 😉

 

 

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Blutpflaumenblüte 24.03.2019 06.01 Uhr Deckbergen, Agnes-Nordmeier-Weg 7

 

 

Gänseblümchen und Scharbockskraut

In der Veranstaltungsreihe „Sonntag in der Brennnessellobby“ geht es heute unter anderem um das Gänseblümchen.

Gänseblümchen gehören zu den wenigen essbaren Wildpflanzen, die in manchen Jahren durchgehend zur Verfügung stehen.

Es war außerdem das erste Wildkraut, das ich gegessen habe. Damals hatte ich massive Probleme mit den Bronchien, und las in einem Heilpflanzenbuch, dass man über Wochen 10 Gänseblümchenblüten pro Tag zu sich nehmen sollte.

Ich probierte also und fand sie geschmacklich äußerst unattraktiv. Und so etwas legen sich die Leute auf die Torte?

Eins war klar pur kriege ich das nicht täglich herunter. Also legte ich sie auf´s Leberwurstbrot. Und siehe da: es schmeckte, als hätte ich Leberwurst mit Pistazien draufgeschmiert!

Von da an experimentierte ich auch mit anderem Wildgemüse und wo das hinführte ist ja bekannt!

Heute wandern die Gänseblümchen in die schnellste Erbsensuppe der Welt.

Gemeinsam mit Feldsalat mit seinem Muskataroma  – ja, auch Feldsalat ist ein Wildkraut- und Scharbockskraut, das die Seeleute früher immer gegen die drohende Skorbut mit an Bord hatten.

Als Rohkosthappen habe ich mir Möhrenburger überlegt.

Und die Brennnesseln lande diesmal als geröstete Samen auf Kiwis.

 

Also bis später im Agnes-Nordmeier-Weg!

 

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Gänseblümchen als Blumenarrangement