Verhüterli der anderen Art

Dieses Jahr bin ich schneller als die Wespen und Amseln. Ich hab mir die frühesten und schönsten Trauben an meiner Loggia gesichert.

Seit letztem Jahr habe ich fleißig Knoblauchnetze gesammelt, nur um sie jetzt triumphierend hervorzuholen. Die ersten Trauben beginnen sich von grün zu blau umzufärben und schwupp, sind sie auch schon eingehüllt! Bin gespannt, ob der Trick funktioniert.

Ausserdem ringe ich mit mir, ob ich den ultimativen kulinarischen Modetrend aus der Zeit Louis XIV mal ausprobiere, und Jus vert herstelle. Bekannt war der gepresste Saft aus unreifen Trauben schon in der Antike, am fanzösischen Hofe erlebte er dann seine Hoch Zeit. Hier durfte der gesunde Vorläufer des Tomatenketchups bei keiner Mahlzeit fehlen. Als Verdauungshilfe bei fettreichen Speisen war er unverzichtbar.

Morgen in der Open Hour gibt es unter anderem Brennnesselpuffer, da wäre ein Fettkiller ja angebracht! Ich hab zwar auch Apfelmus, aber saisonal gesehen ist ja jetzt keine Apfelzeit in unserer Region.

Ja, ich wage es!

Also, wenn ihr mal probieren wollt…

 

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Taubenschutzhülle aus Verpackungsmüll. Mal schauen, ob es funktionniert. Übrigens mal als Anregung an die Verpackungsindustrie: Wie wärs denn mal mit wiederverschließbaren Netzen? #fridaysforfuture

 

 

Workshop: Landart

Normalerweise ist Landart nur für den Moment.

Elemente aus der Natur werde ohne künstliche Hilfsmittel so miteinander arrangiert, dass sie einen neuen Kontext ergeben.

Meist werden diese Kunstwerke auf Zeit schon bald nach ihrer Fertigstellung von der Natur umarrangiert um bald wieder ganz in den Naturkreislauf zurückzufließen.

Indoor Landart, wie auf dem Foto, hält dagegen so lange man es zulässt.

Für den unwissenden Betrachter ist ein Zweig, der Pusteblumen trägt nicht ungewöhnliches.

Der Wissende fragt sich, wie die Pusteblumen des Löwenzahn an einen Zweig kommen, wie sie befestigt sind und warum die Fallschirmchen nicht wegfliegen.

Diese und andere Rätsel erkläre ich gern bei meinen Workshops.

 

Termine können wir ab sofort miteinander absprechen. Einfach per Email oder Telefonat.

Für Gruppen bis 5 Personen bei mir in der Brennnessellobby

für Gruppen von 10-25 Personen im Schulbiologiezentrum Burg in Hannover.

Kosten pro Teilnehmendem: 30 Euro

Dauer: 3 Stunden

 

 

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schwebende Pusteblumen

 

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anderer Hintergrund, andere Wirkung

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Indoor Landart: Kunstwerke für die Ewigkeit. Kunstwerke erschaffen ohne künstliche Hilfsmittel. Wie kommen die Pusteblumen an den Zweig?

Versteckte vegane Ostereier

Bei Familienfeierlichkeiten haben es Veganer ja besonders schwer. Dieses Jahr gibt es eine Alternative in der Open hour der Brennnessellobby:

So kommen auch Veganer zu ihrer „Eiersuche“:

Versteckt werden u.a.

Oliven, Mandeln, Avocados, Weintrauben

Folgende Ideen für Probierhäppchen mit essbaren Wildpflanzen werde ich für euch am Ostersonntag, d. 21.4.2019 umsetzen:

3erlei Brennnesselvollkorndinkelmuffins ( süß mit Mandeln, herzhaft mit Olive-Oregano und Tomate-Avocado)

Weintrauben mit Traubenkirschenblüten

und Paprikaeier auf Tellerkraut

 

Teilzeit- und Schnupperveganer sind natürlich auch herzlich willkommen.

Wie immer um 11 Uhr in der Brennnessellobby!

 

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So sehen vegane Ostereier aus! Und es gibt noch mehr Varianten. Lasst euch überraschen bei der veganen Ostereiersuche in der Brennnessellobby…

 

 

Gänseblümchen und Scharbockskraut

In der Veranstaltungsreihe „Sonntag in der Brennnessellobby“ geht es heute unter anderem um das Gänseblümchen.

Gänseblümchen gehören zu den wenigen essbaren Wildpflanzen, die in manchen Jahren durchgehend zur Verfügung stehen.

Es war außerdem das erste Wildkraut, das ich gegessen habe. Damals hatte ich massive Probleme mit den Bronchien, und las in einem Heilpflanzenbuch, dass man über Wochen 10 Gänseblümchenblüten pro Tag zu sich nehmen sollte.

Ich probierte also und fand sie geschmacklich äußerst unattraktiv. Und so etwas legen sich die Leute auf die Torte?

Eins war klar pur kriege ich das nicht täglich herunter. Also legte ich sie auf´s Leberwurstbrot. Und siehe da: es schmeckte, als hätte ich Leberwurst mit Pistazien draufgeschmiert!

Von da an experimentierte ich auch mit anderem Wildgemüse und wo das hinführte ist ja bekannt!

Heute wandern die Gänseblümchen in die schnellste Erbsensuppe der Welt.

Gemeinsam mit Feldsalat mit seinem Muskataroma  – ja, auch Feldsalat ist ein Wildkraut- und Scharbockskraut, das die Seeleute früher immer gegen die drohende Skorbut mit an Bord hatten.

Als Rohkosthappen habe ich mir Möhrenburger überlegt.

Und die Brennnesseln lande diesmal als geröstete Samen auf Kiwis.

 

Also bis später im Agnes-Nordmeier-Weg!

 

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Gänseblümchen als Blumenarrangement

 

 

Duftveilchen

Was ich heute in der Veranstaltungsreihe „Sonntag in der Brennnessellobby“ präsentiere, ist molekulare Küche in ihrer Reinform.

Die ersten echten Duftveilchen von der Wiese werden über Nacht mit halbierten entkernten Weintrauben und einem Spritzer Zitronensaft und -zesten zu einem kulinarischen Höhepunkt des Gartenjahres.

Diese Kreation von mir ist seit einigen Jahren schon so etwas wie ein saisonales Genießerritual.

Normalerweise sitze ich beim Verzehr im Garten auf meiner geliebten Blumenwiese mit Blick auf den verwunschenen, von Efeu, Brombeerranken und Trompetenblume umwirkten Gartenpavillion und gebe mich dabei ganz dem Vogelkonzert des Frühlings hin.  Je nach Windrichtung des Tages duftet es entweder nach der Blutpflaume am Gartenzaun, den übrig gebliebenen Duftveilchen auf der Wiese und dem Kissenprimelarrangement auf dem Gartentisch.

Heute wird es regnen. Aber dafür genieße ich diesen einzigartigen Duftveilchensalat  heute gemeinsam mit meinen Gästen, zusammen mit:

Kartoffelpuffern mit frisch gepflückten Brennnesselspitzen

und

wildgekräuterten Salathäppchen

Ihr seid auch dabei?

Na, dann bis nachher im Agnes-Nordmeier-Weg 7 !

 

Duftveilchensalat

Öl ist bald der neue Zucker

Die Ernährungswissenschaft hat immer wieder neue Schreckensbotschaften für uns, mit denen sie uns ihre Existenz und ihren Wert für die Menschheit in Erinnerung bringt.

Mal ist es die Butter, mal die Eier und jetzt ist es der Zucker, der verbannt werden soll.

In Wahrheit sind es unsere individuellen Ernährungsgewohnheiten und unsere Maßlosigkeit, die Lebensmittel gefährlich machen.

Im Falle des Zuckers kommt noch die Nahrungsmittelindustrie dazu, die uns jahrzehntelang, ohne nennenswerte Gegenwehr von Politik oder Wissenschaft, das Leben versüßt hat.

Egal ob im rohen Schinken oder im Kartoffelsalat eine Handvoll Zucker gehört immer dazu.

Ich denke, bald ist unser hoher Konsum an Öl der Buhmann Nr. 1!

In der Werbung wird versprochen: jeden Tag einen Esslöffel Öl am Morgen, dann geht´s uns gut. Gesprochen von einer weich-zärtlich-dominanten Männerstimme oder fachlich formuliert vom Ernährungsdoc und schon folgen alle wie von einer Magnetnadel angezogen.

Wenn ihr euch mal in der Welt umseht, dann werdet ihr entdecken, dass die glücklichsten und gesündesten Völker unter den Naturvölkern zu finden sind, bzw. waren.

Wenn ihr Öl möchtet, dann findet ihr es ganz leicht:

Die wertvollsten Öle sind in vielen Nahrungsmitteln natürlicherweise vorhanden und ganz besonders in Nüssen, Samen (ja, auch in Hanfsamen!), Oliven. frischen Brennnesseln, bunten Blütenblättern …

Also, es geht darum diese natürliche Lebensweise wieder zu entdecken und trotzdem die Vorzüge unserer neuzeitlichen Kultur weiter zu erforschen und zu nutzen.

Und alles in Maßen und individuell ausgewogen. Daran müssen wir arbeiten.

Das ist der erste Schritt ins (Menschen) Paradies!

 

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Wertvolle Öle sind in vielen natürlichen Lebensmitteln vorhanden. Hier eine Auswahl aus Walnüssen, Oliven, Hanfsamen, Haselnüssen und frischen Brennnesseln.