Blutpflaumenblüten mit Mandeln

Die Blutpflaume in meinem Garten blüht. Oder vielmehr, das was von ihr übrig ist. Denn vor einigen Jahren ist sie eigentlich gestorben. Aber eben nicht ganz. Ein paar Triebe leben noch, oder wieder, oder sind neu.

Diese Blüten sind Teil des heutigen Menüs in der Brennnessellobby, die von meinen Besuchern probiert werden können.

Heute präsentiere ich sie ganz puristisch, praktisch so wie sie vermutlich schon vor tausenden von Jahren verspeist wurden: als nahrhafter Snack mit unbehandelten Mandeln aus dem Wintervorrat.

Sozusagen „mundgemachtes“ Marzipan. Ja, dies ist eigentlich das Originalmarzipanrezept. Später wurde es für die Herrschenden versüßt und mit echten Blüten von Prunus- oder Rosengewächsen mit Rosenwasser parfümiert.

Die Nahrungsmittelindustrie beschränkt sich inzwischen ganz auf Zucker und Mandeln.

Für die Süßen unter uns werde ich noch selbst gekochten Zuckersirup zum Dippen dazustellen. Für die Herzhaften noch Salzmandeln backen.

Als Gemüserohkost gibt es heute Tomaten mit dem ersten Bärlauch Deckbergens.

Und das warme Gericht wird bestritten von Brennnessel-Lauch-Cremegemüse mit Backkartoffeln.

Ich hoffe, ich vergesse dabei nicht die Mandeln im Ofen, die im Gegensatz zu den Kartoffeln nur wenige Minuten im Ofen verbringen dürfen.

Na, ja, das werdet ihr ja dann um 11 Uhr im Agnes-Nordmeier-Weg 7 sehen 😉

 

 

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Blutpflaumenblüte 24.03.2019 06.01 Uhr Deckbergen, Agnes-Nordmeier-Weg 7

 

 

Gänseblümchen und Scharbockskraut

In der Veranstaltungsreihe „Sonntag in der Brennnessellobby“ geht es heute unter anderem um das Gänseblümchen.

Gänseblümchen gehören zu den wenigen essbaren Wildpflanzen, die in manchen Jahren durchgehend zur Verfügung stehen.

Es war außerdem das erste Wildkraut, das ich gegessen habe. Damals hatte ich massive Probleme mit den Bronchien, und las in einem Heilpflanzenbuch, dass man über Wochen 10 Gänseblümchenblüten pro Tag zu sich nehmen sollte.

Ich probierte also und fand sie geschmacklich äußerst unattraktiv. Und so etwas legen sich die Leute auf die Torte?

Eins war klar pur kriege ich das nicht täglich herunter. Also legte ich sie auf´s Leberwurstbrot. Und siehe da: es schmeckte, als hätte ich Leberwurst mit Pistazien draufgeschmiert!

Von da an experimentierte ich auch mit anderem Wildgemüse und wo das hinführte ist ja bekannt!

Heute wandern die Gänseblümchen in die schnellste Erbsensuppe der Welt.

Gemeinsam mit Feldsalat mit seinem Muskataroma  – ja, auch Feldsalat ist ein Wildkraut- und Scharbockskraut, das die Seeleute früher immer gegen die drohende Skorbut mit an Bord hatten.

Als Rohkosthappen habe ich mir Möhrenburger überlegt.

Und die Brennnesseln lande diesmal als geröstete Samen auf Kiwis.

 

Also bis später im Agnes-Nordmeier-Weg!

 

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Gänseblümchen als Blumenarrangement

 

 

Duftveilchen

Was ich heute in der Veranstaltungsreihe „Sonntag in der Brennnessellobby“ präsentiere, ist molekulare Küche in ihrer Reinform.

Die ersten echten Duftveilchen von der Wiese werden über Nacht mit halbierten entkernten Weintrauben und einem Spritzer Zitronensaft und -zesten zu einem kulinarischen Höhepunkt des Gartenjahres.

Diese Kreation von mir ist seit einigen Jahren schon so etwas wie ein saisonales Genießerritual.

Normalerweise sitze ich beim Verzehr im Garten auf meiner geliebten Blumenwiese mit Blick auf den verwunschenen, von Efeu, Brombeerranken und Trompetenblume umwirkten Gartenpavillion und gebe mich dabei ganz dem Vogelkonzert des Frühlings hin.  Je nach Windrichtung des Tages duftet es entweder nach der Blutpflaume am Gartenzaun, den übrig gebliebenen Duftveilchen auf der Wiese und dem Kissenprimelarrangement auf dem Gartentisch.

Heute wird es regnen. Aber dafür genieße ich diesen einzigartigen Duftveilchensalat  heute gemeinsam mit meinen Gästen, zusammen mit:

Kartoffelpuffern mit frisch gepflückten Brennnesselspitzen

und

wildgekräuterten Salathäppchen

Ihr seid auch dabei?

Na, dann bis nachher im Agnes-Nordmeier-Weg 7 !

 

Duftveilchensalat

Öl ist bald der neue Zucker

Die Ernährungswissenschaft hat immer wieder neue Schreckensbotschaften für uns, mit denen sie uns ihre Existenz und ihren Wert für die Menschheit in Erinnerung bringt.

Mal ist es die Butter, mal die Eier und jetzt ist es der Zucker, der verbannt werden soll.

In Wahrheit sind es unsere individuellen Ernährungsgewohnheiten und unsere Maßlosigkeit, die Lebensmittel gefährlich machen.

Im Falle des Zuckers kommt noch die Nahrungsmittelindustrie dazu, die uns jahrzehntelang, ohne nennenswerte Gegenwehr von Politik oder Wissenschaft, das Leben versüßt hat.

Egal ob im rohen Schinken oder im Kartoffelsalat eine Handvoll Zucker gehört immer dazu.

Ich denke, bald ist unser hoher Konsum an Öl der Buhmann Nr. 1!

In der Werbung wird versprochen: jeden Tag einen Esslöffel Öl am Morgen, dann geht´s uns gut. Gesprochen von einer weich-zärtlich-dominanten Männerstimme oder fachlich formuliert vom Ernährungsdoc und schon folgen alle wie von einer Magnetnadel angezogen.

Wenn ihr euch mal in der Welt umseht, dann werdet ihr entdecken, dass die glücklichsten und gesündesten Völker unter den Naturvölkern zu finden sind, bzw. waren.

Wenn ihr Öl möchtet, dann findet ihr es ganz leicht:

Die wertvollsten Öle sind in vielen Nahrungsmitteln natürlicherweise vorhanden und ganz besonders in Nüssen, Samen (ja, auch in Hanfsamen!), Oliven. frischen Brennnesseln, bunten Blütenblättern …

Also, es geht darum diese natürliche Lebensweise wieder zu entdecken und trotzdem die Vorzüge unserer neuzeitlichen Kultur weiter zu erforschen und zu nutzen.

Und alles in Maßen und individuell ausgewogen. Daran müssen wir arbeiten.

Das ist der erste Schritt ins (Menschen) Paradies!

 

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Wertvolle Öle sind in vielen natürlichen Lebensmitteln vorhanden. Hier eine Auswahl aus Walnüssen, Oliven, Hanfsamen, Haselnüssen und frischen Brennnesseln.

Klettenlabkraut

Als Heilpflanze stärkt sie das Immunsystem und reinigt den Organismus, am wirksamsten natürlich in roher Form zu sich genommen. Klar!

Ich werde sie heute doch mal kochen. Für den wöchentlichen Event „Sonntag in der Brennnessellobby“ bei mir zu Hause, erscheint es mir für die Einsteiger in Sachen Wildpflanzenküche ratsamer, die widerspenstigen Biester erst mal gekocht kennen zu lernen um die Scheu zu verlieren.

Ich stelle einen Lauchcremetopf her in den ich sie zum Schluss hineingeben werde.

In meinem Garten wachsen sie gern in den Brennnesseln. In meinem Indoorgarten wachsen sie gemeinsam mit Buschbohnen am schwierigsten Platz im Haus: Südseite, über der Heizung. Da machen sogar die Buschbohnen, die letztes Jahr sogar die schwere wasserlose Zeit auf meinem Testbeet am Ackerrand in Deckbergen überlebten, Probleme. Umschwärmt von weißen Fliegen blühen sie trotzdem tapfer. Ich habe sogar schon das erste Bohnenschötchen gesichtet.

Ganz anders das Klettenlabkraut: unbeeindruckt wachsen sie kräftig vor sich hin. Selbst die weißen Fliegen interessieren sich nicht für sie! Ich habe schon 2 mal geerntet. Einmal für Remoulade und einmal für´s Rührei. Geschmacklich erinnern sie an grüne Bohnen. Witzig, das sie ausgerechnet im Bohnentopf auftauchten. Denn gepflanzt habe ich sie selbstverständlich nicht!

Für meinen Lauchtopf hole ich die ersten zarten Triebe aus dem Garten. Ich hab schon einiges gesichtet.

Also das Häppchenprogramm heute:

Weißkohl-Möhren-Haselnuss Rohkost

Lauchcremetopf mit Klettenlabkraut

Brennnesselmuffins

 

Bis nachher um 11 im Agnes-Nordmeier-Weg 7

 

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Brechbohnen mit Klettenlabkraut

 

Pastinake

Ja, so wie ihr auf dem Foto seht, so sieht die Pastinake jetzt in der Natur aus. Seit einigen Jahren ist sie wieder im Handel zu finden und erfreut sich steigender Beliebtheit.

Bevor Kolumbus vor 500 Jahren die Kartoffel zu uns nach Europa brachte, war die stärkehaltige Rübe so etwas ähnliches wie unsere Kartoffel.

Deshalb werde ich heute zeigen, wie man daraus leckere Pastinakenchips herstellt.

In Skandinavien war sie ungebrochen beliebt, und ihre Chips als Handelsgut begehrt. Sie können durch die knackige Süße, sowohl als Keks, als auch mit einem würzigen Dip als Tacochipsersatz fungieren.

Wie immer gibt es auch noch würzige Wildkräuterhäppchen und was Süßes für die Naschkatzen. Diesmal Pfirsiche mit Mädesüß in der Winterversion.

Also, bis nacher, wie immer um 11 Uhr im Agnes-Nordmeier-Weg in Deckbergen!

 

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Pastinake im Winter

 

Goldnessel

Eine essbare Wildpflanze, die rund ums Jahr verfügbar ist, ist die Goldnessel. Sie ist immergrün und kriecht gern in ungenutzte Schattenplätze.

Sie ist heute thematisch der Hauptakteur in der Veranstaltungsreihe „Sonntag in der Brennnessellobby“ .

Aber wie immer stehe ich natürlich für alle Fragen rund um essbare Wildpflanzen, den nachhaltigen Lebensstil und was euch sonst noch so umtreibt zur Verfügung.

An die Probierhäppchen mach ich mich auch gleich:

  • Champignons mit Curry-Goldnesselcreme
  • Backkartoffelschiffchen mit Wildcräutercreme
  • Citrusfrüchte im Ingwer-Brennnesselsamenjus

Also dann, an die Arbeit.

Wir sehen uns um 11 Uhr!

 

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Goldnesseln an meinem Gartenpavillon