Öl ist bald der neue Zucker

Die Ernährungswissenschaft hat immer wieder neue Schreckensbotschaften für uns, mit denen sie uns ihre Existenz und ihren Wert für die Menschheit in Erinnerung bringt.

Mal ist es die Butter, mal die Eier und jetzt ist es der Zucker, der verbannt werden soll.

In Wahrheit sind es unsere individuellen Ernährungsgewohnheiten und unsere Maßlosigkeit, die Lebensmittel gefährlich machen.

Im Falle des Zuckers kommt noch die Nahrungsmittelindustrie dazu, die uns jahrzehntelang, ohne nennenswerte Gegenwehr von Politik oder Wissenschaft, das Leben versüßt hat.

Egal ob im rohen Schinken oder im Kartoffelsalat eine Handvoll Zucker gehört immer dazu.

Ich denke, bald ist unser hoher Konsum an Öl der Buhmann Nr. 1!

In der Werbung wird versprochen: jeden Tag einen Esslöffel Öl am Morgen, dann geht´s uns gut. Gesprochen von einer weich-zärtlich-dominanten Männerstimme oder fachlich formuliert vom Ernährungsdoc und schon folgen alle wie von einer Magnetnadel angezogen.

Wenn ihr euch mal in der Welt umseht, dann werdet ihr entdecken, dass die glücklichsten und gesündesten Völker unter den Naturvölkern zu finden sind, bzw. waren.

Wenn ihr Öl möchtet, dann findet ihr es ganz leicht:

Die wertvollsten Öle sind in vielen Nahrungsmitteln natürlicherweise vorhanden und ganz besonders in Nüssen, Samen (ja, auch in Hanfsamen!), Oliven. frischen Brennnesseln, bunten Blütenblättern …

Also, es geht darum diese natürliche Lebensweise wieder zu entdecken und trotzdem die Vorzüge unserer neuzeitlichen Kultur weiter zu erforschen und zu nutzen.

Und alles in Maßen und individuell ausgewogen. Daran müssen wir arbeiten.

Das ist der erste Schritt ins (Menschen) Paradies!

 

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Wertvolle Öle sind in vielen natürlichen Lebensmitteln vorhanden. Hier eine Auswahl aus Walnüssen, Oliven, Hanfsamen, Haselnüssen und frischen Brennnesseln.

Was macht die Brennnessel so liebenswert?

Heissgeliebte Brennnessel

Heissgeliebte Brennnessel

 

Zu allererst: Die Brennnessel schmeckt lecker!

Sie enthält im Gegensatz zu anderen essbaren Wildpflanzen keine Bitterstoffe. Frische Brennnesseln haben einen neutralen Geschmack mit einer vegetabilen Note. Das  Tolle an Brennnesseln ist, dass man sie dank ihres Geschmacks praktisch überall ins Essen „einbauen“ kann. Es gibt sogar Kuchenrezepte für frische Brennnesselblätter. Ich liebe besonders würziges Brennnesselgemüse, das wie Spinat zubereitet wird.

Die Brennnessel, Urtica dioica, ist besonders eiweißreich, enthält viel Vitamin C, Provitamin A, Vitamin E, B und K. Sie bietet einiges an Mineralstoffen und Spurenelementen, wie z.B. Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Phosphor, Bor und Silizium. Außerdem natürlich die oft vergessenen  und deswegen inzwischen von der Ernährungswissenschaft auch umbenannten sekundären Pflanzenstoffe, nun also Vitalstoffe , wie Chlorophyll und Carotin und schließlich ungesättigte Fettsäuren. Die Vielfalt ihrer gesundheitlichen Wirkungen ist legendär und darf fröhlich gegoogelt werden. Ganz allgemein stärkt sie besonders das körpereigene Abwehrsystem und trägt dadurch ganz wesentlich zu mehr Gesundheit bei.

Für die Landwirtschaft könnte sie in Zukunft interessant werden, da sie als mehrjährige Pflanze der Erosion entgegenwirkt und als Blattpflanze regelmäßig beerntet von April bis zum ersten Frost Erträge liefert. Außerdem könnte sie durch ihre Schattenverträglichkeit Grundlage einer neuen Kulturlandschaft werden, in der auch Bäume und früchtetragende Begleitsträucher ihren Platz haben können.

Ganz besonders interessant sind die Samen, die man, wie natürlich auch die Blätter, das ganze Jahr über als Trockenvorrat zur Verfügung haben kann. Im Mittelalter gab es ein Brennnesselsamenverzehrverbot für Mönche, weil sie als Aphrodisiakum galten. Das tun sie übrigens auch heute 😉