Brombeerblätterflauschzeit

Brombeerpflanzen sind in der Bevölkerung ähnlich verhasst, wie Brennnesseln. Die wilde Brombeere ist auch bei Gärtnern unbeliebt und wird gnadenlos verfolgt.

In meinem Garten hat sie daher Asyl gefunden, als sie von der ehemaligen Kuhweide nebenan bei mir in den Maschendrahtzaun kroch.

So langsam beginne ich diese Pflanze und ihre Wuchsgewohnheiten zu verstehen und auch wenn sie beim Ernten der leckeren Früchte versucht, mich mit ihren Dornenhaken festzuhalten, sind wir inzwischen Freunde geworden.

Was die wenigsten wissen, ist, dass auch ihre Blätter ein wertvolles Nahrungsmittel sind. Und jetzt im Frühling ist die allerbeste Zeit mit den Blättern zu experimentieren.

So lange sich die Blattbüschel aus den überwinterten Knospen schieben, sind sie noch frei von der Dornenleiste, die sich normalerweise auf der Blattunterseite befindet und sonst erst aufwändig herausgeschnitten werden muss.

Heute in der open Hour der Brennnessellobby könnt ihr sie probieren gemeinsam mit einer Kräutermischung in der Remoulade.

Bis später also im Agnes- Nordmeier- Weg 7 in Deckbergen!

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Brennnessel im Haus

 

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Das Leben ist schon merkwürdig:

Jahrelang habe ich versucht Brennnesselpflanzen im Haus zu überwintern. Die Versuche sind alle daran gescheitert, dass die Pflanzen in kürzester Zeit voller Blattläuse waren.

Egal ob im kühlen, dunklen Keller, im kühlen, hellen Zimmer oder am Küchenfenster, wo eigentlich alles gedeiht, die Brennnesseln wollten nicht so, wie ich wollte.

Und nun wächst eine Brennnessel ganz von allein zwischen einem weißen „Blauen Lieschen“ im geheizten Wohnzimmer, dem denkbar schlechtesten Ort!

Gesund und munter fühlt sie sich offenbar pudelwohl.

Hm, was wird sie tun, wenn ich sie ernte? Wird sie wieder nachwachsen? Wird sie doch noch Blattläuse bekommen?

Ich bin gespannt….