Selbstüberlistung

 

 

Es fällt mir schwer zu ernten.

Das klingt etwas eigenartig, ist aber so.

Ich liebe intakte Dinge und das natürliche Wachstum der Pflanzen fasziniert mich total. In dieses ästhetische Bild einzugreifen, geht eigentlich gegen meine Natur.

Vor allem in meinem Zimmergarten muss ich das aber tun und zwar regelmäßig. Wie schön, wenn man mit dem entstandenen Schnittgut etwas anfangen kann. Stecklinge gewinnen für die Pflanzenvermehrung.

Aber, wie viele Pflanzen braucht der Mensch?

Ich habe mehr als genug! Und meine Freunde werden regelmäßig versorgt.

Um so sympatischer ist es, wenn eine Pflanze nicht nur Deko, sondern auch Nahrung ist. Zu meinem Salbeisteckling auf der Küchenfensterbank habe ich Kerbel gesät. Nun ist es soweit: für mein Ausgewogenheitsgefühl hätte ich gern, das der Kerbel niedriger bleibt als der Salbei, also muss ich nun zur Schere greifen!

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Kerbel im Salbeitopf vor der Ernte.

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Kerbel im Salbeitopf nach der Ernte.

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Und fertig ist der leckere Brotbelag!

 

Und schwupps, fertig ist der Brotbelag.

War echt lecker 😉

 

Am kommenden Sonntag in der Brennnessel gibt es keinen Kerbel, denn im Garten sind erst winzige erste Blättchen zu sehen, dafür aber:

Deckberger Zwedgen mit Vanilleblumenblüten,

Gurkenhäppchen mit Quarkcreme und

Pasta mit Aglio-Olio-Brennio

 

Bis dann!

 

 

Tomate des Nordens

Wer Hagebutte googelt, wird zugeschüttet mit wertvollen Inhaltsstoffen, langen Listen ihrer Heilkraft und natürlich Rezepten.

Für mich ist sie unsere regionale Tomate. Die rote säuerliche Ummantelung der Frucht passt perfekt in Salate oder Remoulade und erinnert im Winter vollreif aus der Frucht gedrückt im Geschmack leicht an Tomatenketchup.

Vor 20 Jahren fand ich in meinem Garten einen Wildrosensämling und beschloß ihn auf meine Terrasse umzusiedeln. Wie sich seit ein paar Jahren herausgestellt hat, war das keine gute Idee. Meine Rosa Canina ist inzwischen 4 Meter hoch und windet sich mit Weinrebe, Liguster und Eibe zu einer undurchdringlichen Böschung, die spätestens im Juli ständig Laub rieseln lässt.

Die zahlreichen Früchte, die ich beim Pflanzen vor meinem geistigen Auge den ganzen Winter wildromantisch und rot leuchtend vor mir gesehen hatte, werden an diesem Standort leider schon nach kürzester Zeit schwarz und unansehnlich. Die Früchte, die erst nach dem Frost ihren eigentlichen Geschmack bekommen, taugen dann nur noch für die Tonne.

Deshalb wird diese arme alte Pflanze diesen Winter in meinem Garten nicht überleben und einen Teil der gerade von grün auf rot umfärbenden Hagebutten werde ich am Sonntag ein letztes Mal zu Hagebuttenketchup verarbeiten.

Dazu gibt es  Pommes und damit auch die Brennnessel dabei nicht zu kurz kommt versuche ich mich zum ersten Mal an veganer Brennnesselmayonnaise.

Ihr habt richtig gehört oder besser gelesen. Übermorgen um 11 Uhr könnt ihr life dabei sein, wenn ich endlich dieses Experiment angehe, das ich mir schon so oft vorgenommen habe. Jetzt ist es amtlich und es gibt kein zurück mehr 🙂

Also Pommes rot-weiss oder besser rot-grünweiss!

Ein paar Gurkenhäppchen runden das Ganze ab.

Als Erinnerung an die Rosenzeit, als die Hagebutten noch Rosenblüten waren, und den Ausblick auf die kalte Jahreszeit, die schon mit großen Schritten naht, gibt es noch Pfirsich mit Rosenblütenblättermarzipan.

Wir sehen uns Sonntag!

 

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Hagebutten in luftiger Höhe. Aus Hagebutten läßt sich ein tolles Konzentrat herstellen, ähnlich wie Tomatenmark.

 

 

 

 

2. Chance für Elektroschrott

Die Tage werden wieder kürzer. Ich habe schon die erste Lichterkette wieder aus dem Keller geholt. Einschalten und wohlfühlen. Denkste!

Vor einem Jahr gekauft, zweimal angehabt und dann im Keller verstaut. Und jetzt tot! Zum Glück habe ich noch eine andere, und die funktioniert.

Also ab in die Elektroschrottkiste mit der Toten.

Aber wohin damit? Nehmen die Läden sie zurück?

Ich denke an cradle to cradle. Ja, eigentlich müsste es so eine Art Pfandsystemgeben. Die Diskussion gibt es schon Jahrzehnte, aber die Politik reagiert mal wieder nicht.

Dabei sind es wertvolle Ressourcen, die da täglich weltweit im Müll landen.

Und die Lkw´s fahren leer wieder von den Läden zurück.

Wär doch fair wenn man Geld bekäme, für die intakte Solarlampe, bei der die kleine LED nach 5x leuchten das Zeitliche gesegnet hat.

Wo bleibt die viel gepriesene Kreislaufwirtschaft?

Also ab in den Keller damit…

 

Am Sonntag gibt es natürlich wieder Kostproben in der Brennnessellobby, diesmal gibt es Baguettes mit Brennnesselbutter, Paprika-Maissalat mit Vogelmiere und Melone mit Breitwegerichfrüchten. Deren Zubereitung ist vermutlich noch beschwingt durch das Woodstockrevival in Bückeburg am Samstag- oder mit dickem Kopf?  😉

Wie auch immer, wir sehen uns um 11 Uhr!

 

Lichterkette vorm Kamin.jpg

Die Tage werden wieder kürzer. Um 5 Uhr morgens ist es wieder dunkel. Draußen fallen die Regentropfen aber mit Lichterkette wird´s gemütlich!

 

 

 

Verhüterli der anderen Art

Dieses Jahr bin ich schneller als die Wespen und Amseln. Ich hab mir die frühesten und schönsten Trauben an meiner Loggia gesichert.

Seit letztem Jahr habe ich fleißig Knoblauchnetze gesammelt, nur um sie jetzt triumphierend hervorzuholen. Die ersten Trauben beginnen sich von grün zu blau umzufärben und schwupp, sind sie auch schon eingehüllt! Bin gespannt, ob der Trick funktioniert.

Ausserdem ringe ich mit mir, ob ich den ultimativen kulinarischen Modetrend aus der Zeit Louis XIV mal ausprobiere, und Jus vert herstelle. Bekannt war der gepresste Saft aus unreifen Trauben schon in der Antike, am fanzösischen Hofe erlebte er dann seine Hoch Zeit. Hier durfte der gesunde Vorläufer des Tomatenketchups bei keiner Mahlzeit fehlen. Als Verdauungshilfe bei fettreichen Speisen war er unverzichtbar.

Morgen in der Open Hour gibt es unter anderem Brennnesselpuffer, da wäre ein Fettkiller ja angebracht! Ich hab zwar auch Apfelmus, aber saisonal gesehen ist ja jetzt keine Apfelzeit in unserer Region.

Ja, ich wage es!

Also, wenn ihr mal probieren wollt…

 

Knoblauchnetz als Traubenschutz.jpg

Taubenschutzhülle aus Verpackungsmüll. Mal schauen, ob es funktionniert. Übrigens mal als Anregung an die Verpackungsindustrie: Wie wärs denn mal mit wiederverschließbaren Netzen? #fridaysforfuture

 

 

Giersch

Mit der Blütezeit des Giersch beginnt in meinem Garten nun wieder die Haupterntezeit für diese Pflanze. Denn nun schmecken die Blätter intensiv petersilienartig und liefern Material für mein geliebtes Knoblauch-Giersch-Salz und vieles mehr.

Die Stängel haben inzwischen ihr Sellerie-Möhren-Aroma ausgebildet und die essbaren Blüten liefern süße, dekorative Toppings auf den passenden Gerichten.

Morgen könnt ihr wie immer am Sonntag um 11 Uhr in der Brennnessellobby verschiedene Kostproben genießen und Gierschblätter sind natürlich auch dabei.

 

Es gibt knusprige Brennies mit würziger Salza und Gierschhummus.

Aprikosen mit Holunder-Limettencreme sorgen für einen süßen Abschluss!

 

Also dann bis morgen!

 

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Giersch, Brennnessel und Zitronenmelisse wachsen gerne zusammen

Leckere Schnittlauchblüten

Wer die Blütenansätze des Schnittlauches nicht rechtzeitig herausschneidet, kann weniger ernten, so und ähnlich heißt es in den Gartenbüchern.

Ich sage: wer sie herausschneidet verpasst das Beste!

Schnittlauchblüten sind nicht nur ein schöner Schmuck im Garten und eine tolle Insektentankstelle, sie bereichern auch eine Vielzahl an Snacks mit ihren sehr fein nach Zwiebel schmeckenden Sternchen und pink leuchtenden Farben.

In den nicht geernteten Blüten entwickeln sich schnell die Samen, die man zur Vermehrung oder als essbare Keimsprossen für die Winterküche verwenden kann.

Nach der Samenernte treibt die Pflanze wieder neu durch und liefert wieder das begehrte Grünzeug.

Morgen werden die Blüten den Brennnesseldip auf den Backkartoffeln schmücken und können probiert werden.

Außerdem gibt es wildgekräuterte Tomaten und

Nektarinen mit Wildrosenblütenblättern

Also bis morgen um 11 Uhr in der Brennnessellobby!

 

 

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Lust auf ein Gurkenhäppchen?

 

 

 

Gundermann

Es ist schon fast magisch, was bei mir im Garten auf der ehemaligen Rasenfläche passiert. Obwohl überall in den Gartenmagazinen vor wuchernden Pflanzen, wie z. B. Pfefferminze, Giersch, Schafgabe und Co. gewarnt wird, kann ich sie nur ausdrücklich für die freiwachsende Blumenwiese empfehlen.

Immer wieder entstehen neue, optisch reizvolle Pflanzengesellschaften, wie sie Gartenarchitekten nicht schöner hätten planen können. Beispielsweise haben sich in diesem Jahr in einer Wiesenecke die von mir gepflanzte rotstielige Pfefferminze mit dem wilden Baldrian und dem Gundermann zusammengefunden. Ein sehr stimmiges Ensemble.

 

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Die rotstielige Pfefferminze, der rotüberhauchte wilde Gundermann und die roten Stängel des wilden Baldrian passen perfekt zusammen. Die Natur als Gartenarchitekt!

Etwas fast gespenstisches habe ich mit meinen Jakobsleitern erlebt: In der regionalen Staudengärtnerei habe ich 3 voll erblühte Pflanzen gekauft und in die Wiese eingesetzt. Alle 3 blau blühend! Nur eine ist übrig geblieben und hat sich schon etwas ausgebreitet. Weiß blühend! Der Witz ist, dass die weißen Blüten zugegebenermaßen eigentlich besser vor die dunkle Eibe passen. Wer auch immer da die Hände im Spiel hatte, ich danke ganz herzlich 😉

Morgen gibt es in der Brennnessellobby natürlich wie jeden Sonntag um 11 Uhr wieder leckere Probierhäppchen:

Blätterteigteilchen mit Brennnessellauchcremefüllung,

Gurke mit marinierten Linsen und Gundermann und

Erdbeeren mit Holunderblüten

Also bis morgen!

 

 

 

Brennnesselbutter mit mediteranem Gemüse

Hier ist erst mal das Foto vom vergangenen Menü mit grünem Spargel und Brennnesselstangen, Sauce Hollandaise, Brennnesselschnitzeln, Salzkartoffeln und Erdbeere mit Rosenblütenmarzipan. Es war unglaublich köstlich und das perfekte Muttertagsessen.

Die Krönung war natürlich die Anwesenheit und Hilfe meines Sohnes,

DANKE Stephen!

So, und am nächsten Sonntag könnt ihr meine berühmte Brennnesselbutter probieren. Mit selbstgebackenen Baguettes frisch aus dem Ofen (den Teig dafür bringt netterweise unser Überraschungsgast mit), wird sie lecker dahin schmelzen. Dazu gibt es gegrillte Auberginen mediteran und natürlich auch was Süßes.

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Muttertagsessen mal anders: Brennnesselschnitzel, grüner Spargel und Brennnesselstangen, Salzkartoffeln, Sauce Hollandaise und zum Nachtisch die ersten regionalen Erdbeeren mit Rosenblütenblättermarzipan

Also wir sehen uns um 11 Uhr in der Brennnessellobby!

Bis dann…

 

 

Grüner Spargel und Brennnesselstängel

Bei der Zubereitung des Brennnesselsushi letzte Woche, ist mir mal wieder aufgefallen, wie ähnlich gegarte Brennnesselstängel dem Geschmack von grünem Spargel sind.

Glücklicherweise ist ja gerade Spargelzeit, so dass ich am kommenden Sonntag ein ganz spezielles Spargelmenü ausprobieren kann:

Grüner Spargel und Brennnesselstängel gemeinsam gedünstet, eine Brennnesselblätterhollandaise, versuchsweise ohne Ei, dafür aber mit Butter -oder doch mit Pflanzenfett? Das diskutiere ich noch mit meinem Sohn aus, der natürlich am Muttertag mit dabei ist und als begeisterter Hobbykoch gerne mit mir experimentiert! Und Kartoffeln. Und vielleicht noch Brennnesselblätterschnitzel?

Den krönenden Abschluss bildet das erste Rosenblütenmarzipan des Jahres 2019

Also, wer als Mutter allein ist oder weder Mutter ist, noch eine Mutter hat, ist herzlich eingeladen zum Probieren am Muttertag um 11 Uhr in der Brennnessellobby vorbeizukommen.

Es wird wie immer geteilt, was da ist  🙂

 

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So sah übrigens letzten Sonntag das fertige Brennnesselsushi aus. Es war sehr lecker und besonders die Brennnesselstängel in dem Röllchen mit geröstetem Sesam schmeckten super nach grünem Spargel!

 

 

 

 

Brennnesselsushi und Glyzinienblüten

Morgen wird´s asiatisch in der Brennnessellobby.

Kaum ist der Flieder verblüht, (Er hat in diesem Jahr nur 1 Woche lang geblüht. Bei euch auch?) fängt in meinem Garten die Glyzinie an zu blühen.

Mit ihren ultralangen Blütenrispen bildet sie jetzt eine lebende Limbostange über meinem Gartenweg. Ihr Duft ist betörend bis berauschend. Ihr Geschmack nach süßen Erbsen einmalig.

Die himmelblauen Einzelblüten passen perfekt zu meinem veganen asiatisch-europäischen Fusionmenü. Es besteht aus:

Brennnesselsushi

marinierten Gurken und Radieschen und

Kiwi mit Glyzinienblüten

 

Fotos von den Probierhäppchen gibt´s morgen wie immer life bei Instagram!

Also bis morgen um 11 Uhr!

 

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blühende Glyzinie im Brennnessellobbygarten