Die Zukunft schwebt

 

Als Kind habe ich die Fix und Foxi Hefte geliebt. Eine Ausgabe hat mich ganz besonders in den Bann gezogen: Krach ums Kraftei. Es ging um die lustige Lilli, deren Vater Erfinder war und unter anderem ein schwebendes Fahrzeug,  „Kraftei“ genannt, erfunden hatte.

Ich fand die Idee faszinierend, dass Autos kugelrund waren und sich auf einer Art Magnetfeld fortbewegen konnten. Unfälle wurden abgefangen, denn sie stießen alles ab. Straßen waren überflüssig, man konnte langfahren wo man wollte. Und das Beste daran natürlich: schon die kleine Lilly konnte das Ding fahren 🙂

Kraftei

 

Wir waren etwa zeitgleich, als ich von diesem Kraftei las, im Jugoslawienurlaub und fuhren mit einem Luftkissenboot für einen Tagesausflug nach Venedig.

Es war also technisch möglich Fahrzeuge zum Schweben zu bringen! Ich konnte es kaum fassen und freute mich schon darauf bald in einem schwebenden Auto zu sitzen!

Mit 18 besuchte ich mit Freunden Wuppertal und fuhr zum ersten Mal mit der Schwebebahn. Ich erinnerte mich an die lustige Lilli und war enttäuscht: 10 Jahre waren seitdem vergangen und die Autos sahen immer noch so aus wie damals.

10 Jahre später nahm ich während meines Sozialwissenschaftsstudiums an einem autonomen Seminar an der Uni teil. Es hatte den Titel: Umweltschutz und Umweltbewusstsein und ich erhielt zufällig ein Referatsthema über den Individualverkehr.

Ich recherchierte über Zukunftsvisionen, geschichtliche Entwicklungen der Mobilität, erfuhr vom Sterlingmotor und vielem mehr. Am meisten bewegt war ich allerdings davon, dass Elektroautos in der Anfangszeit der Automobile vor allem gegen die motorisierten Fahrzeuge verloren, weil sie geräuschlos waren. Es gab noch kein Internet und kein Fernsehen, man wollte sich unterhalten und dazu war es wichtig, so viel Aufmerksamkeit wie möglich auf sich zu ziehen. Man wollte gehört und gesehen werden! Wozu also ein geräuschloses Auto?

Wieder 10 Jahre später beschäftigte ich mich mit der Belastung der essbaren Wildpflanzen und der Felder am Straßenrand. Abgase und giftiger Reifenabrieb belasten Mensch, Tier und Pflanze und wieder erinnerte ich mich an die lustige Lilli.

Nun sind schon wieder 10 Jahre vergangen. Ich beschäftige mich noch immer mit Gift auf unserem Essen und denke wieder an die lustige Lilli …

Die Brennnessel in der Landwirtschaft

 

Die Brennnessel: eine Randerscheinung

Die Brennnessel: eine Randerscheinung

 

Die Brennnessel spielt bei uns in Deutschland derzeit keine Rolle in der Landwirtschaft. Dabei ist sie in unserer Kulturlandschaft überall präsent. Durch die Eutrophierung von Luft und Wasser erhält sie so gute Wachstumsvoraussetzungen wie noch nie!

Dort wo nicht mit Pestiziden gegen Wildpflanzen gespritzt wird, erobert sie in Massen die Flächen auf Weiden, an Ackerrändern, an Flussufern, in Wäldern, unter Solaranlagen und an Straßenrändern. Im Rahmen der Pflegearbeiten wird sie fleißig und regelmäßig geerntet, aber nicht verwendet! Nicht für Biogasanlagen, nicht für die Papierherstellung und schon gar nicht für die Ernährung von Mensch und Tier!

In den letzten Jahren entdeckt die Gesellschaft das Thema Ressourcenverschwendung. Endlich findet ein Umdenken statt. Konsumenten sind bereit hässliches Obst und Gemüse zu kaufen. Zumindest wenn der Preis stimmt: Ein Aspekt, der in diese Diskussion unbedingt mit hineingehört, ist die Nichtnutzung von Ressourcen! Wie das Beispiel der Brennnessel zeigt, werden bisher deutschlandweit viele Millionen Tonnen nicht genutzt!

Landwirte lachen mich aus, wenn ich sie darum bitte ein Brennnesselfeld wachsen zu lassen. Würden sie auch noch lachen bei einem garantierten Preis von 20 Euro pro Kg frisch geernteter Brennnessel? Nein, sicher nicht! Überall würden neue Erntegeräte entstehen, die die wertvollen Pflanzen retten. Es gäbe einen Aufschrei, warum die Automobilindustrie immer noch rohölfressende Dreckschleudern herstellt und keine schwebenden Mutationen zwischen Elektroauto, Magnetschwebebahn und Tragflächenboot, damit man auch an Straßenrändern den Reichtum abschöpfen könnte!