„Eine Lobby für die Brennnessel“ bei ecocrowd?

Vor einigen Wochen erfuhr ich von der neuen ecocrowd Plattform, auf der ein Forum für nachhaltige Ideen und Projekte entstehen soll und die Ideen, Unterstützer und Geldgeber zusammen bringen möchte.

Mein Anliegen ist eigentlich gar nicht in erster Linie ein materielles (abgesehen davon, dass ich mit meiner Aufklärungsarbeit, die ich seit etwa 5 Jahren leiste und die bisher mehr schlecht als recht bezahlt wird, ganz gerne meinen Lebensunterhalt bestreiten können würde), als vielmehr ein ideelles! Außerdem: Was für eine Finanzierungssumme soll ich angeben? Was kostet es eine Lobby für die Brennnessel zu gewinnen? 20 000 Euro? Reicht das? Kann man Menschen mit Geld zur Vernunft bringen?

Ich dachte lange darüber nach, ob ich mich bewerben sollte oder nicht, denn ich habe nicht vor ein Unternehmen zu gründen und Produkte mit Brennnesseln herzustellen. Ich will den bereits bestehenden Firmen keine Konkurrenz machen! Im Gegenteil: ich möchte Menschen unterstützen, die den Mut haben sich selbstständig zu machen. Große und kleine Betriebe, die die Verantwortung für Mitarbeiter tragen, Distributionswege auskundschaften, und Unmengen von Richtlinien und Gesetzen beachten müssen.

Die Brennnessel als gesundes Lebensmittel ist heute nur noch wenigen bekannt. Wir haben uns von der Natur entfremdet. Unsere Kulturlandschaft ist aus- und vor allem aufgeräumt! Es gibt „gute“ Pflanzen (Kulturpflanzen) und es gibt „böse“ Pflanzen (Wildpflanzen = Unkraut). Das haben wir in den letzten Jahrhunderten gelernt. Die wertvolle Brennnessel ist in Deutschland allgegenwärtig. Wo der Mensch ist, ist auch sie nicht weit. Und wo es sie gibt, wächst sie in dichten Beständen. Was läge näher, als sie anzubauen und zu einer Nutzpflanze zu erklären? Jeder, der sich mit ihr beschäftigt kennt ihren Wert für den Menschen. Warum also führt sie immer noch ein Schattendasein?

Weil sie keine Lobby hat!

Ich möchte ihr diese Lobby geben: Ich möchte, dass Gartenbesitzer sie freudig begrüßen und aus ihr schmackhafte Gerichte herstellen. Dass sie von Landwirten geerntet werden. Das Nahrungsmittelproduzenten tolle Produkte damit entwickeln und ich brauche Konsumenten, die diese mit Genuss verzehren. Einfach ausgedrückt, ich möchte, dass sie zukünftig den Stellenwert bekommt, der ihr zusteht!

Wer profitiert davon?

Wer profitiert, wenn wir weniger Chemie brauchen, weniger tierisches Eiweiß essen, wenn Menschen weniger krank sind, …?

Unser Wirtschaftswachstum???

In unserer Gesellschaft werden Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert. Es ist Zeit für eine Gesellschaftswende. Und die Brennnessel kann ein Symbol für diese Wende werden, denn sie ist bereits da!

Ich werde mich bewerben! Und wenn es nur wieder ein weiterer Baustein ist, ohne Geld auf die Brennnessel als vergessenen Teil unserer Wirtschaft aufmerksam zu machen!!!

Mein Bewerbungsvideo seht ihr hier:

http://youtu.be/u6BsmFmqZEQ

Schaut doch mal rein 🙂

Die Brennnessel in der Landwirtschaft

 

Die Brennnessel: eine Randerscheinung

Die Brennnessel: eine Randerscheinung

 

Die Brennnessel spielt bei uns in Deutschland derzeit keine Rolle in der Landwirtschaft. Dabei ist sie in unserer Kulturlandschaft überall präsent. Durch die Eutrophierung von Luft und Wasser erhält sie so gute Wachstumsvoraussetzungen wie noch nie!

Dort wo nicht mit Pestiziden gegen Wildpflanzen gespritzt wird, erobert sie in Massen die Flächen auf Weiden, an Ackerrändern, an Flussufern, in Wäldern, unter Solaranlagen und an Straßenrändern. Im Rahmen der Pflegearbeiten wird sie fleißig und regelmäßig geerntet, aber nicht verwendet! Nicht für Biogasanlagen, nicht für die Papierherstellung und schon gar nicht für die Ernährung von Mensch und Tier!

In den letzten Jahren entdeckt die Gesellschaft das Thema Ressourcenverschwendung. Endlich findet ein Umdenken statt. Konsumenten sind bereit hässliches Obst und Gemüse zu kaufen. Zumindest wenn der Preis stimmt: Ein Aspekt, der in diese Diskussion unbedingt mit hineingehört, ist die Nichtnutzung von Ressourcen! Wie das Beispiel der Brennnessel zeigt, werden bisher deutschlandweit viele Millionen Tonnen nicht genutzt!

Landwirte lachen mich aus, wenn ich sie darum bitte ein Brennnesselfeld wachsen zu lassen. Würden sie auch noch lachen bei einem garantierten Preis von 20 Euro pro Kg frisch geernteter Brennnessel? Nein, sicher nicht! Überall würden neue Erntegeräte entstehen, die die wertvollen Pflanzen retten. Es gäbe einen Aufschrei, warum die Automobilindustrie immer noch rohölfressende Dreckschleudern herstellt und keine schwebenden Mutationen zwischen Elektroauto, Magnetschwebebahn und Tragflächenboot, damit man auch an Straßenrändern den Reichtum abschöpfen könnte!