Ach, wenn das unser guter alter Bosco noch erlebt hätte. Bosco, der eigentlich, wie sich das in den 70er Jahren für einen rassereinen Bobtail so gehörte, als Earl Grey vom Mausebachtal zur Welt kam, von uns aber in Bosco umgetauft wurde, und diesem Namen später alle Ehre machte, weil er am liebsten Äpfel der Sorte Boscop mit uns gemeinsam verzehrte.
Vor einigen Jahren hatte ich im offenen Gartenpavillon versuchsweise Brennnesselreste als Brennnesseljauche zum späteren Düngen angesetzt. Stumpf und Stiel mit Wasser bedeckt und geruchsmindernd gut abgedeckt mit einem alten Tablett, das gerade in der Nähe stand, stellte ich es in eine Ecke zum Gären und späteren Umrühren – und vergaß das Ganze.
So stand es den ganzen Herbst und Winter unberührt (dachte ich zumindest) und stank alleine vor sich hin. Bis, ja, bis ich an einem schönen Frühlingmorgen Freunde mit Hund zu Besuch hatte.
Wir spazierten durch den Garten und unterhielten uns angeregt, die Vögel zwitscherten und der Hund knabberte genüsslich, ja, was eigentlich?
Die besorgten Hundeeltern versuchten aufgeregt zu identifizieren, was ihr Liebling da zwischen den Zähnen hatte und durch Flucht vehement gegen Untersuchungen verteidigte. Wir waren ratlos was das sein könnte. Bis mir auffiel, dass es ein wenig an einen vergorenen Pflanzenstängel erinnerte.
Ich ging in den Pavillon und fand den Eimer mit Brennnesseljauche vom Tablet befreit und mehr oder weniger geleert vor! 2-3 schwarze Strünke befanden sich noch dort, aber weder Flüssigkeit noch der Rest der Brennnesseln( Der Behälter war randvoll gewesen!).
Offensichtlich hatten sich schon andere Tiere daraus bedient.
Eine Art Sojasauce für Tiere? Vegane Hundeleckerlies?
Auf jeden Fall eine weitere Produktidee für Brennnesseln, die man weiter verfolgen sollte!
Bosco hätte es mit Sicherheit geschmeckt 😉