Guerilla Gardening in Rinteln

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Seit mehr als 10 Jahren versuche ich die Rintelner für die Brennnessel im Speziellen und das Ernten in der Natur im Allgemeinen zu begeistern.

Nun wage ich einen neuen Vorstoß: Im Stil des Guerilla Gardenings habe ich testweise Winterportulak im Stadtgebiet ausgesetzt und tue es nun kund 😉

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Die Brennnessel ist ja selbstständige Guerillakämpferin und kann sich auch ohne mich durchsetzen. Im Gegensatz dazu haben es andere essbare Wildpflanzen in Rinteln mehr als schwer zu wachsen. Deshalb bedurfte es jahrelanger Vorbereitung um den Boden für sie zu bereiten.

Jetzt ist es endlich soweit!

Ja, jetzt, ja ;)

Schwebendes Auto

Fotoquelle: allmystery.de

 

Die Nessel gilt es zu preisen:

lecker lässt sie sich verspeisen,

Designer Jeans aus Nesselfell,

Motoren schnurren nesselschnell,

 

Autos fangen an zu schweben,

Menschen dabei abzuheben,

Megakonzerne sehen ein:

Die Nessel kann in alles rein!

 

Sie ist geballte Energie.

Wir brauchen sie, so wie noch nie!

Soziales Netzwerk, Seite, Blog…

Versetzen manchem einen Schock.

 

Dabei ist sie Symbol und mehr

Für alles, was heut ist so schwer,

Ein einigendes Element,

(Ganz anders als man sie jetzt kennt).

 

Die Urtica, das ist bald klar,

ist nicht mehr das, was sie mal war.

Ein neuer Geist, ein neuer Wert,

so was ist nie so ganz verkehrt!

 

Ich geb´ nicht auf! Nein, nein ich hetz

Die Nesseln nun geschickt durchs Netz.

Und endlich sagen alle ja,

Und kämpfen für die Urtica!

Die Brennnessel als Kultursymbol

Sonnenaufgang

Fotoquelle: oldskoolman.de

Alle Zeichen stehen auf Gesellschaftswende. Die Machthaber  dieser Welt wissen das schon lange. Dennoch halten sie fest an verkrusteten Strukturen und dem längst überholten Konsumideal. Sie hängen an dem wackeligen Status, den sie, wie auch immer, erworben haben.

Burn out und Depressionen sind allgegenwärtig. Verzweiflung angesichts des Drucks, bei allen die endlich eine lang ersehnte Position erreicht haben. Verzweiflung aufgrund der Perspektivlosigkeit, bei allen, die sich im System nicht behaupten können.

Ungenutzte Ressourcen wohin man schaut.

Zerstörung, Hass und Missgunst dominieren in unserem derzeitigen Gesellschaftsmodell, obwohl die Menschen nie so kreativ waren, nie so gut vernetzt, wie jetzt.

Gemeinsam anpacken, sterbende Kleinstädte beleben durch innovative Projekte, die einfach nützlich sind und bereichernd für alle, ohne die großen finanziellen Gewinne, die sich das Finanzamt wünscht. Menschen einbinden und auf ungewöhnliche Weise, unterstützen, wo heute ausgegrenzt wird. Arbeitsplätze, die jetzt einzelne erdrücken, teilen.

Das alles wär möglich mit etwas gutem Willen und anderen Werten.

Das letzte Jahr hat gezeigt, welches Potential beispielsweise in Brennnesseln steckt. Eine ungeliebte Pflanze als Symbol für neue Ressourcen und gemeinsame Aktionen, die ohne teure Investitionen funktionieren.

Ich danke allen Mitstreitern, für die Hilfe und Unterstützung und freue mich schon jetzt auf die vielen neuen Möglichkeiten, die wir in 2016 gemeinsam umsetzen können.

An Ideen soll es nicht mangeln 😉

Der lebende Blumenstrauß

 

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Dieser Blumenstrauß lebt für immer- wenn ihr wollt 😉

Wusstet ihr übrigens, dass der beliebte Bubikopf (Soleirolia soleirolii) auch zu den Brennnesselgewächsen gehört?

In meinem nachhaltigen Zimmergarten ist er schon seit Jahrzehnten in Kultur. Er schmückt leere Vasen und wächst munter im Wasser weiter. Schon nach kurzer Zeit bekommt er Wurzeln und kann eingepflanzt werden. Er überlebt aber auch monatelang im Wasser.

Diese Fähigkeit haben natürlich auch einige der beliebten Sommerblumen. Viele hören dabei nicht einmal auf zu blühen. Ich praktiziere dieses Ritual am Ende des Sommers und natürlich jetzt im Januar.

Auf dem Foto seht ihr die Kombination aus Bubikopf und Euphorbia „Diamond Frost“. Die Spenderin der Ableger steht fast unbeachtet und üppig blühend im Schlafzimmer .

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Die Mutterpflanze ist definitiv zu groß für den Esstisch 😉

Der Bubikopf dient um diese Zeit auch als Kräuterspender, denn durch Zufall habe ich erfahren, dass auch er essbar ist. Um diese Jahreszeit ein günstiger Vitamin- und Chlorophyllspender. Er schmeckt ein wenig nach Gurke und passt kleingeschnitten beispielsweise perfekt zu Tzatsiki 😉

 

Ich bin jetzt übrigens auch bei Pinterest!

Diesen Blumenstrauß findet ihr  unter:

Brennnesselgrün

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Das neue Jahr beginnt bei mir mit einer spontanen Abneigung gegenüber jeglicher Weihnachtsdekoration und -geschmacksrichtung. Die letzten viel zu süßen Lebkuchen wurden noch im alten Jahr in winterliche Pfannkuchen verwandelt und nun erwacht in mir die Frühlingsehnsucht!

Die ersten maigrünen und gelben Farbtupfer erobern nach und nach die Wohnräume und die ersten Haselnussblüten und Winterportulaktriebe aus meinem wilden Garten landen im Essen.

Und war da nicht noch…?

Ja, Jüppi! Im Keller findet sich noch eine Tüte mit Waldmeisterbonbons vom letzten Vorfrühling 🙂

Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt: Diese Bonbons haben in ihrem Leben noch nie ein Waldmeisterblättchen gesehen. Dafür aber Brennnesseln!

Als Farbstofflieferant scheinen die Brennnesseln doch auch für die Industrie interessant zu sein. Gibt es etwa doch auf dieser Welt irgendwo Brennnesselplantagen? Oder stammen die Rohstoffe wie in den meisten Fällen aus den handgepflückten Exemplaren Polens?

Das Internet gibt zur Herkunft auf die Schnelle keine Auskunft. Immerhin ist der Farbstoff aus Brennnesseln besser als der künstlich hergestellte (http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/aromen-und-farbstoffen-300-chemikalien-sind-in-der-eu-zugelassen-a-906851.html), aber mal ehrlich: müssen Waldmeisterbonbons unbedingt grün sein? Hauptsache der Geschmack stimmt! Und der wird im Falle des Waldmeisters nun mal nur als Aroma freigegeben und ist somit farbneutral. Das Waldmeisterprodukte grün sein müssen, hat die Lebensmittelindustrie so definiert.

Das Gesunde an Brennnesseln ist aber  die Gesamtheit der 30 000 Inhaltstoffe, von denen die meisten noch gar nicht entdeckt und wissenschaftlich beschrieben sind. Die Zerlegung der Bestandteile in „Gut und Böse“, also in Farbstoff und Abfall, ist also mehr als fragwürdig!!!

Der Bonbonvorrat reicht vermutlich noch ein paar Jahre. Zeit genug, um mir eine selbstgemachte Alternative aus echtem Waldmeister auszudenken.

Und die ist vermutlich nicht grün 🙂