Brennnessellobby – Protest kann-man-essen

Der Hungerstreik ist oft das letzte verzweifelte Mittel auf aussichtslose Situationen aufmerksam zu machen. Hätte ich mich vor 5 Jahren für den Hungerstreik entschlossen, war ich jetzt tot und vergessen!

Stattdessen entschloss ich mich dazu, so laut es geht Brennnesseln zu essen 😉

  • Dafür, dass ich von meiner Arbeit, die ich leiste, zukünftig auch unserer Zeit entsprechend leben kann
  • Für mehr Nähe von Mensch und Natur
  • Für verantwortungsbewusste Ernährungsgewohnheiten
  • Für ein neues gemeinschaftliches Gesellschaftsmodell
  • Für ein faires Steuersystem
  • Für faire Preise
  • Für die Integration Andersdenkender und Andersaussehender.
  • Für die Anerkennung des Menschen als soziales Wesen
  • Für alles, was in Gesellschaftsmodellen so unlösbar scheint und im Dialog so schnell zu klären ist
  • Für mehr Lust auf Neues

Und für die, die lieber gegen etwas sind 😉

Ich protestiere damit:

  • Gegen die Feststellung, dass ich von meiner Arbeit, die ich leiste nicht leben kann
  • Gegen die Entfremdung des Menschen von der Natur
  • Gegen unsere unreflektierten Ernährungsgewohnheiten
  • Gegen die Verstrickungen von Eliten, Politik und Wirtschaft
  • Gegen ein Gesellschaftssystem, das Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert
  • Gegen ein Steuersystem, das Steuern pauschal erhebt, statt nach Nutzen und Wirkung zu differenzieren
  • Gegen Preise, die sich nach Lust und Laune stündlich ändern, die nicht Grundprodukte von Luxusprodukten unterscheiden, geschweige denn die Umwelt- oder Gesundheitsauswirkungen berücksichtigen
  • Gegen die Ausgrenzung Andersdenkender und Andersaussehender
  • Gegen die Engstirnigkeit soziale Leistungen immer noch in ein kapitalistisches Geschäftsmodell einzubetten
  • Gegen die ständige Infragestellung des Menschen als soziales Wesen

Bitte unterstützt mich bei meinem Projekt 🙂Birgit_Nesseln_hochauflösend

Kochen mit Brennnessel und Co.

Wildpflanzenkochkurs am 24.04 2015 in Brennhilds Genießerhaus

Wildpflanzenkochkurs am 24.04 2015 in Brennhilds Genießerhaus

Alles wurde sofort schriftlich festgehalten ;)

Alles wurde sofort schriftlich festgehalten 😉

Kochen im Handumdrehen

Kochen im Handumdrehen

Viel gestaunt, geschrieben , geklönt und gelacht wurde beim Wildpflanzenkochkurs in Brennhilds Genießerhaus. Nach einer Führung durch meinen wilden Garten (die Erde kocht, die Pflanzen wandern und die Vögel nehmen gerade Haus und Garten auseinander um ein Versteck für ihre Eier zu finden) wurden begeistert frische essbare Blüten und Kräuter eingesammelt und am Menü gearbeitet:

Käsekrustenbrennies mit Wildpflanzensalat und Blütengarnitur

Orangenscheiben mit Gierschstängeln und Walnüssen

Gewürzbrot mit Hummous und Gierschblättern

Eier mit Brennnesselkaviar

Frischkäse mit Meerrettich, Vogelmiere und Radieschen

Apfelmus mit Pfefferminz-Zitronenmelissenschaum

Pfefferminz- Zitronenmelissenextrakt

Kaltauszug aus Traubenkirschenblüten

Nebenbei gab´s jede Menge nützlicher Tipps, z. B. wie man einen Löwenzahnkäsehappen zusammenbastelt. Laura, unsere Jüngste, hatte den Bogen schnell raus 😉

Beim gemeinsamen fröhlichen Schmausen wurden Ideen für eine Rintelner Hobbykoch- und Experimentiergruppe mit essbaren Wildpflanzen geschmiedet. Sie wird sich demnächst mit meiner fachlichen Begleitung der kulinarischen Herausforderung von Brennnessel und Co. stellen. Gäste und Interessierte sind herzlich willkommen und können sich ab sofort bei mir melden.

Tag der Brennnessel am 02.08.2015

Tag der Brennnessel

Tag der Brennnessel

 

 

Eigentlich kann jeder Tag der „Tag der Brennnessel“ sein. Die Brennnessel lässt sich jetzt, wo sie in den Gärten und überall in der Natur frisch sprießt, in praktisch jedes Menü integrieren. Anregungen und Rezepte gibt es von Brennnessellobbyisten und natürlich in der Literatur und im Internet.

Selbst im Winter könnten Nahrungsmittelproduzenten Brennnesseln in jeglicher Form anbieten, ob als vegane Brennies oder in der Fischfrikadelle, tiefgekühlt oder auf andere Weise konserviert. Dafür müsste sich allerdings einiges in unserer Gesellschaft ändern: die Wirtschaft müsste sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Kunden und der Gesellschaft stellen, Politiker müssten entsprechende neue Gesetze verabschieden und Kunden müssten entsprechende Produkte wertschätzen.

Man kann aber nur lieben, was man kennt! Deshalb gibt es jetzt die Brennnessellobby! Im Gegensatz zu den bekannten monetär- und machtorientierten Lobbys unserer Gegenwart, handelt es sich bei der Brennnessellobby um eine gemeinnützig orientierte Lobby!

Um wirklich ein Umdenken zu erreichen bekommt die Brennnessel jetzt von der Brennnessellobby ihren eigenen Tag!

Der beste Zeitpunkt für einen solchen Tag ist der August, wenn die Brennesselweibchen die kostbaren grünen Früchte tragen und die ersten Stängel zu Brennnesselfasern verwoben werden können.

Seid am 2 August 2015 dabei von 14.00 -18.00 Uhr im Gemeinschaftsgarten Tausendschön mit Birgit „Brennhild“ Brinkmann und Greenfairplanet in MInden oder macht euer eigenes Fest und postet es auf den Brennnessellobbyseiten im Internet!

Brennnesseltasche

 Diese lecker gefüllte Brennnesseltasche müsst ihr unbedingt probieren.Fastfood für das gute Gewissen 😉

Brennnesseltasche

Brennnesseltasche

 

 

Eine Brennnesseltasche ist schnell zubereitet, auch für den Singlehaushalt, und eignet sich zusätzlich perfekt zum Mitnehmen und somit zum Verkaufsprodukt.

 

Hier die Zubereitung für eine Tasche:

 

2 Handvoll frische Brennnesseltriebe mit etwas Wasser, Salz und Bär- oder Knoblauch in ca. 5-10 min gardünsten. Etwas aus drücken, damit überschüssige Flüssigkeit entweicht. In der Zwischenzeit entweder einen Teig herstellen oder einen fertig gekauften Wrap in der Pfanne erhitzen. Schafskäse und Tomaten kleinschneiden und mit der warmen Brennnesselmasse vermischen. In den Wrap einwickeln und genießen oder aus dem Teig einen Wrap herstellen und füllen oder die Füllung in den fertigen Teig einschlagen und wie gefüllte Pizza im Backofen backen oder als Flammkuchen backen, oder … ?

Brennnesselernte

frische Brennnesseln in der Küche

frische Brennnesseln in der Küche

 

 

Man sollte ja meinen, dass eine Pflanze, die so viel für den Menschen zu bieten hat, wie die Brennnessel, und die bei uns freiwillig in Massenbeständen wächst, in Deutschland großflächig angebaut wird. Aber nein, dem ist nicht so!

 

Warum nicht? Verdient die Saatgutlobby nicht genug mit Staudenfeldern? Braucht ein Brennnesselfeld zu wenig chemische Unterstützung beim Wachsen? Oder wollen die Verbraucher einfach keine Produkte mit Brennnesseln? Ja, das muss es wohl sein. Die großen Lebensmittelhersteller antworten auf meine Anfragen immer dasselbe: Die Brennnessel ist ein Nischenprodukt! Es hat noch keinen Markt!

 

Das Ganze erinnert mich ein bisschen an die Geschichte der Kartoffel, die zunächst auch niemand wollte und Friedrich den Großen, der irgendwann begann Kartoffelfelder anpflanzen zu lassen und diese von Soldaten bewachen ließ, um zu unterstreichen wie wertvoll sie sind. Den Ausgang dieser List können wir seit dem jedes Jahr im Sommer auf Deutschlands Feldern beobachten.

 

Nun bin ich aber leider nicht Friedrich der Große, sondern Birgit die Kleine sommersprossige! Also, was tun?

 

Fleißig, alle Mittel der modernen Kommunikation nutzen und dass so laut wie möglich 😉

 

So, bis es so weit ist, dass wir einfach in den Supermarkt gehen können und leckere und preisgünstige Produkte mit Brennnesseln kaufen können, müssen wir selbst per Hand ernten und sie selbst zubereiten. Hier sind also meine ultimativen Handernte Tipps:

 

  1. Die meisten von uns benötigen Handschuhe für die Brennnesselernte. Das können sowohl alte Strickhandschuhe, Wildlederhandschuhe, als auch dicke gummierte Handschuhe sein. Dünne Einmalhandschuhe sind ungeeignet.
  2. Größere Mengen sammelt man am besten in alten Stofftaschen, denn Brennnesseln färben.
  3. Nun zu den Brennhaaren: Ein Brennhaar sieht unter dem Mikroskop aus wie eine Injektionsnadel aus Glas. Es bricht leicht, damit dies nicht in unserer Hand oder im Mund passiert, müssen die Brennnesseln vor der weiteren Verarbeitung direkt in der Stofftasche oder spätestens auf dem Schneidebrett kräftig durch gewalkt werden. Will man mit einzelnen Blättchen dekorieren, sollten sie liebevoll und inklusive Stiel, etwa durch darüber streichen von Hand „enthaart“ werden. Erst mit dem Handschuh und zur Kontrolle am besten nochmal mit der nackten Hand.
  4. Bis zu einer Höhe von etwa 30 cm sind die Stängel der Brennnessel zart, so dass sie gemeinsam mit den Blättern mitverwendet werden können.
  5. Sind Brennnesseln größer als 30 cm werden die Blätter nach oben abgestreift. Auch die zarten Triebspitzen, die sich mit abstreifen lassen, sind geeignet für den Verzehr.
  6. Etwa im Juli fangen die Brennnesseln an zu blühen. Auch die Blüten sind essbar!
  7. Es gibt männliche und weibliche Brennnesseln. Die männlichen Brennnesselblüten erkennt man daran, dass sie kleine, hellgrüne Kügelchen aufweisen, die an sonnigen Tagen eiweißreichen Pollen stäuben. Die weiblichen Brennnesselblüten sind nicht rund sondern kantig! Sie sollten stehengelassen werden, da sie ab August die wertvollen grünen Früchte tragen, die später zu den braunen Brennnesselsamen heranreifen.