Saisonal Denken

 

Sicher, heute gibt es schon die Äpfel vom Bauern um die Ecke, die im September erntereif waren, noch im nächsten Sommer zu kaufen. Die landwirtschaftlichen Produkte werden inzwischen optimalst gelagert und technisch manipuliert, so dass sie monatelange Schläfchen halten.

Ob das gesund und sinnvoll ist, werden wir so etwa in 50 Jahren erfahren.  Heute stellen wir einfach nur bei der Lagerung zuhause fest, dass wir ihnen beim rasanten Altern zuschauen können: Kartoffeln keimen schon kurz nach dem Einkauf um die Wette, der knackige Apfel von eben schmeckt in nullkommanix mehligsüß.

Äpfel sind gesund, „An apple a day keeps the doctor away“ , ganz klar, aber muss es wirklich jeden Tag des Jahres ein Apfel sein?

Egal ob sie verlockend leuchtend aus dem dicken Bauch eines Flugzeugs, vom Giganto-Containerschiff oder aus der Verjüngungskammer von nebenan kommen, bei mir trifft der letzte Apfel auf die erste Haselnussblüte des Jahres und dann verabschiede ich mich vom Thema Apfel bis zur nächsten Erntezeit im Spätsommer.

 

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Der letzte Apfel trifft die ersten Haselnussblüten …

 

Nein, keine Angst, so ganz dogmatisch bin ich nun auch nicht. Wenn mir Äpfel im Juni

auf den Teller gelegt werden, esse ich natürlich fröhlich lächelnd auf.

Liebe Leute: es gibt so viel anderes tolles zu entdecken: wenn die Äpfel gehen, gibt es die saftigsten Mangos und Co. Da macht der globale Austausch wieder Sinn! Schaut euch doch mal um, was es jetzt zu entdecken gibt!

Und schaut doch auch mal draußen.

Vielleicht entdeckt ihr dort schon die ersten Brennnesselspitzen des Jahres 2017 😉

 

Senfeier mit Brennnesselkaviar

Freitag ist Fischtag und keinen Fisch zuhaus?

 

Mein Tipp:

Peppt doch einfach mal die guten alten Senfeier mit Brennnesselkaviar auf!

Zubereitung:

Wie gewohnt Kartoffeln und Eier kochen und die Senfsoße zubereiten. Zum Schluss den Brennnesselkaviar dazugeben.

Das Rezept für Brennnesselkaviar findet ihr im Menüpunkt Leckereien.

 

Guten Appetit und schönes Wochenende 🙂

 

 

Gut versteckt, die Eier stimmt´s :)

Gut versteckt, die Eier stimmt´s 🙂

 

Das Brötchen in der Brennnessel

Wusstet ihr, das in Brennnesseln Kohlenydrate, vergleichbar mit denen, die in Brötchen enthalten sind, stecken? Schon in 500 g frischen Brennnesseln steckt ein Brötchen!

 

Ein Brötchen liefert etwa dieselbe Menge an Kohlenhydraten, wie beispielsweise Zucker. Und Zucker und Brötchen haben noch etwas gemeinsam:

Außer Kohlenhydraten liefern sie uns nix.

Leere Kohlenhydrate.

 

Die Brennnessel liefert unserem Körper alles, was er braucht!

 

Noch Fragen?

 

😉

 

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Niedersächsische Schulgartentagung in Peine

In Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten, Landesgruppe Niedersachsen und dem Öko-Garten Peine organisierte das Niedersächsische Kultusministerium den 5. Schulgartentag.

Dieser fand  am 05.09.2016 im Öko-Garten an der IGS Peine-Vöhrum statt

 

Und das zum ersten Mal mit 2 gutbesuchten Workshops zum Thema „Gesunde Ernährung mit Brennnessel und Co.“

 

Auf das sich die Nutzung der Brennnessel weiterverbreite…

 

Die Tagung bot ein vielfältiges Programm mit einem Vortrag, dem Markt der Möglichkeiten und tollen Workshops. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

 

DANKE an Betina Gube und alle Beteiligten!

 

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Mehr Infos findet ihr unter:

 

http://www.mk.niedersachsen.de/schule/schuelerinnen_und_schueler_eltern/nachhaltigkeit/Schulgartentag_Fortbildung_BNE_Garten-122032.html

 

http://www.oekogarten-peine.de/

 

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Brennnesseln muss ich nicht gießen

Auf meinem Weg zum Testgemüsebeet am Ackerrand in Deckbergen komme ich an Brennnesselbeständen unterschiedlichster Altersgruppen vorbei.

Im Gegensatz zu meinem Kulturgemüse auf dem Beet werden sie nicht von Menschenhand gewässert. Geschweige denn gepflegt. Niemand kümmert sich um sie, ganz im Gegenteil: es wird ihnen nachgestellt bei jeder Gelegenheit und sie strotzen vor Gesundheit.

Man hört ja immer wieder von Menschen, die ihre Lieblingspflanzen durch gutes Zureden zum wachsen bringen. Die Brennnessel wächst überall, gerne und trotz Feindseeligkeit ihr gegenüber!

Die Wasserstelle, die mir die Hundebesitzer empfahlen ist seit einigen Wochen abgeriegelt. 2 1/2 Pferde weiden nun auf der Weide, der Zugang ist mir versperrt (den Hunden nicht ;))

Ich habe mich entschlossen keine vollen Gießkannen mehr zum Beet zu schleppen und nun erwarte ich immer, wenn ich  zum Beet gehe ein Horrorszenario.

Bisher ist es ausgeblieben:

Die letzte Mangoldpflanze krebst immer noch still vor sich hin, die Fläche mit den essbaren Blütenpflanzen blüht und fruchtet ungebremst. Die Tomaten setzen weiter ihre Früchte an (ich teile mit ihnen schwesterlich mein mitgebrachtes kostbares Trinkwasser). Und das dritte Beet wurde ja von Anfang an nicht gewässert. Auf ihm wachsen einige Buschbohnen, einige Feldsalatpflanzen, von denen ich hoffe, dass sie sich aussamen und auch in der Wintersaison frische Blätter anbieten. Und 3, in Worten DREI Möhrensamen sind aufgegeangen 😉

Ich ernte Brenn- Ess-L-Körnchen von den Pflanzen neben meinen Beeten und Blumensamen für´s nächste Jahr und ziehe davon…

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Magic Nettle

Es ist schon wieder passiert: ich habe eine Brennnesselpflanze in meinem Zimmergarten! An derselben Stelle, an der ich das letzte Mal im Herbst die Brennnessel gefunden habe.

Ein anderes Pflanzgefäß, eine andere Pflanzengemeinschaft, neue Erde, aber ganz genau dieselbe Stelle im Zimmer. Exakt die gleiche Entfernung zum Fenster. Sie zeigt mir, wo sie wachsen möchte. Das Ganze hat schon etwas magisches.

Es ist manchmal fast so, als wenn die Brennnessel mit mir auf ihre Weise kommunizieren möchte.

Auch in meinem Garten.

Als wir das Haus vor ca.25 Jahren gekauft haben, wuchsen Brennnesseln hauptsächlich unter einer Bergkiefernhecke im Vorgarten. Um die neuen Nachbarn nicht zu ärgern versuchte ich das „Unkraut“ auszumerzen. Die Kiefernhecke vor dem Haus war irgendwann nicht mehr da. Auch die Brennnesseln nicht. Dafür kamen sie von allen anderen Seiten meines Gartens auf mich zu. Fast so, als wenn sie damit sagen wollten: Du willst uns nicht im Vorgarten? Gut, dann wachsen wir eben versteckt, so, dass nur du uns sehen kannst. Wir sind keine Bedrohung, sondern nützlich. Nur du kannst das verstehen. Du kannst mit uns leben. Gib uns eine Chance!

 

Und genau so ist es geschehen 🙂

 

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Brenn-Ess-L-Körnchen

Dass die Brennnessel viel zu bieten hat, das wissen inzwischen schon die kleinsten Kindergartenkinder. Zumindest in Hannover!

Morgen beim Honigfest in der Waldimkerei in Reinsdorf, wird hoffentlich auch noch der letzte Unwissende überzeugt. Denn wie könnte etwas was auf einem Honigbrot thront, nicht schmecken?

Die gerösteten Brennnesselsamen bringe ich dafür mit. Die kleinen Kraftbomben enthalten bis zu 30 % fettes Öl (besonders die wertvolle Linolsäure), viel Vitamin E und Carotinoide.

Also bis morgen!

 

Honigfest

am 14. August 2016 von 12 bis 18 Uhr

bei Anna und Max Giehl im alten Forsthaus 21, 31552 Apelern/Reinsdorf

 

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Trampolinmusik und Foodfestival in Rolfshagen

Morgen  geht´s rund, natürlich mit der Brennnessellobby 🙂 Hier ist der Orginalankündigungstext vom Meister des Strull und Schluke Projekts Arne Boecker:

Am Samstag bespielt Trampolinmusik von 12 bis 20 Uhr das Freibad Rolfshagen (das hoffentlich zurecht „Sonnental“ heißt) mit seinem Multikulti-Techno. Strull & Schluke hilft bei der Organisation.
Zusätzlich zur Musik wird ein Food Festival gereicht. Hier die Teilnehmer mit ihren Angeboten:

E-Center Obernkirchen: Früchte-Becher
Familie Kirsch: Grill
DLRG-Rolfshagen-Frauen: Kuchen
TusG-Rolfshagen-Frauen: Eis
Birgit Brinkmann: Brennessel-Gerichte
Strull & Schluke: Strull-&-Schluke-Burger
ChariTea/Lemon-Aid: Softdrinks, Cocktails
Kiosk: Getränke, Snacks, Süßes

Na: Appetit bekommen? Hier die gute Nachricht: Was ihr am Samstag an Kalorien draufpackt, könnt ihr sofort wieder runterschwimmen.

 

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Ein Mangoldblatt – 2 Snacks

Mangold ist schon ein geniales Gemüse. Besonders für den kleinen Haushalt mit Gardening Kapazitäten, sollte so ein Pflänzchen nicht fehlen. Schon nach wenigen Wochen ist er erntereif. Wenn man immer nur die äußeren Blätter erntet, wächst die Pflanze unbeirrt weiter und weiter und weiter….

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In meinem Garten, habe ich dieses Jahr ein Vergleichsbeet zum Testbeet am Ackerrand in meiner Blumenwiese angelegt. Alles wächst super trotz üppiger nachbarlicher Pflanzengesellschaft und dem dazugehörigen Konkurrenzdruck. Im Gegensatz dazu mickern die 3 Mangoldpflanzen am Ackerrand vor sich hin. Bei 2 der 3 Pflanzen hat jemand die Herzen herausgeschnitten, so dass sie nicht weiterwachsen können. Tja, traurig, aber das  überlebensnotwendige Wissen wird auch auf dem Lande nicht mehr weitergegeben. Doch auch der dritte im Bunde will nicht so recht. Mangold braucht vermutlich doch etwas mehr Wasser, den ein oder anderen Schluck haben meine Gartenpflanzen natürlich schon bekommen, während das Testbeet am Ackerrand maximal einmal in der Woche gegossen wird.  Oder liegt es an den Pflanzenschutzmitteln die noch im Boden schlummern?

 

Zuhause kann ich dagegen aus dem Vollen schöpfen:

 

Ein einziges Mangoldblatt reicht für mich für eine Mahlzeit. Als Genießerin trenne ich den saftigen, dicken Stiel vom zarten Blatt und verwende sie oft getrennt. Beispielsweise so:

 

Snack Nr. 1

Mangoldblatt in feine Streifen schneiden, Brot mit Remoulade, Blattstreifen und Rostbeefscheiben belegen, mit den restlichen Blattstreifen bedecken und frische Johannisbeeren darüber streuen. Falls vorhanden mit Eisbegonienblüten dekorieren.

 

Snack Nr. 2

Mangoldstiel und das Weiße einer Frühlingszwiebel in Streifen schneiden, eine  Scheibe Schnittkäse in eine antihaftbeschichtete Pfanne geben, das geschnittene Gemüse, wahlweise etwas Kümmel, auf der Käsescheibe verteilen und mit einer Scheibe Brot abdecken. Das Ganze bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten brutzeln lassen. Wenn die Käseseite knusprig ist, wenden, Herd ausstellen und auch die Brotseite noch etwas anknuspern lassen. Fertig!

 

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Die Weibchen bleiben stehn, die Männchen müssen gehen

 

 

Die Brennnesselpflanzen die mit ihrem natürlichen Vorkommen das Testbeet in Deckbergen bevölkerten, habe ich bisher dort wo sie störten einfach weggehackt.

 

Die Idee sie zu ernten kam mir bis jetzt nicht. Das lag einerseits daran, dass der Fokus bisher einfach darauf lag, „Unkraut“ durch Kulturnutzpflanzen zu ersetzten, so wie es sich für eine Kulturfläche gehört, andererseits daran, dass man eigentlich keine Pflanzen vom Ackerrand ernten soll, weil man ja nicht weiß, was der jeweilige Bauer gerade „gutes“ auf seinem Feld versprüht hat.

 

Inzwischen ist mir dieses Stückchen Ackerrand vertraut. Ich habe allen Chemieeinsetzen der Vergangenheit und Gegenwart zum Trotz die ersten Radieschen gegessen, die ersten essbaren Blüten, den ersten Feldsalat … .  Ob ich die Chemikalien nun im Brot zu mir nehme oder direkt vom Feld. Entkommen kann ich ihnen ja sowieso nicht. Die Erde ist rund!

 

Ich habe den Raps auf dem Acker nebenan blühen sehen, ich sah ihn reifen. Nun ist er abgeerntet. Was wird dort jetzt wohl passieren?

 

Neben den Beeten und auf meinem Tomatenbeet stehen Brennnesselpflanzen. Auf dem Tomatenbeet sind die ehemals niedergehackten und liegengelassenen Brennnesseln wieder nachgewachsen und laden nun, zartgrün wie sie sind, zur Ernte ein. Ich beschließe, auch dieses zarte Grün zu ernten und mit nach Hause zu nehmen.

 

Zwischen dem Strommast und dem ersten Gemüsebeet wachsen männliche und weibliche Pflanzen. Die Weibchen haben damit begonnen ihre wertvollen Früchte anzusetzen. Die Männchen haben ihre Pollen abgegeben und stehen jetzt staksig in der Gegend herum.

 

In meinem Garten würde ich jetzt die Männchen abschneiden und unter anderem als Brennnesseljauche ansetzen. Hier am Ackerand kann und will ich keine Gefäße aufstellen. Hier bieten sich zwei  Nutzungsmöglichkeiten an, die Verwendung als Mulchmaterial, die ich bisher angewandt habe, und die Fermentation der Stängel, so wie es im Faserpflanzenanbau praktiziert wird. Für die Fermentation wird der Stängel der Brennnessel unzerkleinert auf dem Feld liegen gelassen. Die Bodenorganismen sorgen für den Rest.

 

Gedacht – getan!

 

Den Männchen geht es jetzt an den Kragen. Mal schaun, ob ich mir bald einen Pullover draus stricken kann 🙂

 

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