Brennnesselernte

frische Brennnesseln in der Küche

frische Brennnesseln in der Küche

 

 

Man sollte ja meinen, dass eine Pflanze, die so viel für den Menschen zu bieten hat, wie die Brennnessel, und die bei uns freiwillig in Massenbeständen wächst, in Deutschland großflächig angebaut wird. Aber nein, dem ist nicht so!

 

Warum nicht? Verdient die Saatgutlobby nicht genug mit Staudenfeldern? Braucht ein Brennnesselfeld zu wenig chemische Unterstützung beim Wachsen? Oder wollen die Verbraucher einfach keine Produkte mit Brennnesseln? Ja, das muss es wohl sein. Die großen Lebensmittelhersteller antworten auf meine Anfragen immer dasselbe: Die Brennnessel ist ein Nischenprodukt! Es hat noch keinen Markt!

 

Das Ganze erinnert mich ein bisschen an die Geschichte der Kartoffel, die zunächst auch niemand wollte und Friedrich den Großen, der irgendwann begann Kartoffelfelder anpflanzen zu lassen und diese von Soldaten bewachen ließ, um zu unterstreichen wie wertvoll sie sind. Den Ausgang dieser List können wir seit dem jedes Jahr im Sommer auf Deutschlands Feldern beobachten.

 

Nun bin ich aber leider nicht Friedrich der Große, sondern Birgit die Kleine sommersprossige! Also, was tun?

 

Fleißig, alle Mittel der modernen Kommunikation nutzen und dass so laut wie möglich 😉

 

So, bis es so weit ist, dass wir einfach in den Supermarkt gehen können und leckere und preisgünstige Produkte mit Brennnesseln kaufen können, müssen wir selbst per Hand ernten und sie selbst zubereiten. Hier sind also meine ultimativen Handernte Tipps:

 

  1. Die meisten von uns benötigen Handschuhe für die Brennnesselernte. Das können sowohl alte Strickhandschuhe, Wildlederhandschuhe, als auch dicke gummierte Handschuhe sein. Dünne Einmalhandschuhe sind ungeeignet.
  2. Größere Mengen sammelt man am besten in alten Stofftaschen, denn Brennnesseln färben.
  3. Nun zu den Brennhaaren: Ein Brennhaar sieht unter dem Mikroskop aus wie eine Injektionsnadel aus Glas. Es bricht leicht, damit dies nicht in unserer Hand oder im Mund passiert, müssen die Brennnesseln vor der weiteren Verarbeitung direkt in der Stofftasche oder spätestens auf dem Schneidebrett kräftig durch gewalkt werden. Will man mit einzelnen Blättchen dekorieren, sollten sie liebevoll und inklusive Stiel, etwa durch darüber streichen von Hand „enthaart“ werden. Erst mit dem Handschuh und zur Kontrolle am besten nochmal mit der nackten Hand.
  4. Bis zu einer Höhe von etwa 30 cm sind die Stängel der Brennnessel zart, so dass sie gemeinsam mit den Blättern mitverwendet werden können.
  5. Sind Brennnesseln größer als 30 cm werden die Blätter nach oben abgestreift. Auch die zarten Triebspitzen, die sich mit abstreifen lassen, sind geeignet für den Verzehr.
  6. Etwa im Juli fangen die Brennnesseln an zu blühen. Auch die Blüten sind essbar!
  7. Es gibt männliche und weibliche Brennnesseln. Die männlichen Brennnesselblüten erkennt man daran, dass sie kleine, hellgrüne Kügelchen aufweisen, die an sonnigen Tagen eiweißreichen Pollen stäuben. Die weiblichen Brennnesselblüten sind nicht rund sondern kantig! Sie sollten stehengelassen werden, da sie ab August die wertvollen grünen Früchte tragen, die später zu den braunen Brennnesselsamen heranreifen.

Die ersten Brennnesseltriebe 2015

Tausendschön 052

Endlich sprießen die ersten Brennnesseltriebe auch in meinem Garten. Die frischen Triebe strotzen nur so vor Vitamin C und geballter Power, deshalb verwende ich sie gerne roh. Da zeitgleich mit den Brennnesseln auch der Bärlauch wächst und die beiden geschmacklich perfekt harmonieren verwende ich sie gern gemeinsam. Ob in Dressings, Remoulade oder wie auf dem Foto als Brennnessel-Bärlauchbutter , einfach köstlich!

Brennnessel-Bärlauchbutter

Tausendschön 051

Zutaten:

100 g Butter

Eine Handvoll frische Brennnesseltriebe (einige Blättchen präpariert, also von den Brennhärchen befreit, als Deko zurückbehalten)

Ein paar Bärlauchblätter (nach Geschmack)

Meersalz

Grob zerstoßener bunter Pfeffer

Etwas Zitronensaft und abgeriebene Zitronenschale

Evtl. ein paar Wildpreiselbeeren (gibt´s tiefgefroren, man kann sie auch trocknen) oder jetzt zu Ostern, als gesunde Ostereierchen Cranberries 😉

Zubereitung:

Zimmerwarme Butter mit den feinst gehackten Kräutern und Gewürzen verrühren und abschmecken.

Das goldene Osterei nach der Brennnessellobbygenussformel

Das goldene Osterei

Das goldene Osterei

Bald ist wieder Ostern! Woran merken wir das? Ja natürlich: Lebensmittelproduzenten und Co. konkurrieren fleißig um die schönsten Osterprodukte.

Wer auf dem Land wohnt und sich in der Natur umschaut, wird jetzt auch langsam fündig: Die Hühner fangen an zu gackern, die Kornelkirsche blüht. Überrascht doch mal eure Lieben mit goldenen Ostereiern nach der Brennnessellobbygenenussformel:

Genuss ist gleich Natur mal Energie plus Zeit!

g = n*e+t

Zubereitung:

Hühnereier schütteln (verleiht dem gekochten Ei eine einheitlich goldene Farbe, sozusagen Rührei der natürlichen Art, verschiedene Schütteltechniken werden am 22.3.2015 bei der Schnippelparty in Bad Oeynhausen auf dem Brennnessellobbystand gezeigt) und/oder wie gewohnt kochen, pellen, aufschneiden und mit selbstgemachem Brennnesselkaviar, Goldnesselblättchen und einem Kornelkirschenblütensträußchen dekorieren. Fertig!

Als Geschenkidee:

Eier schütteln, kochen, mit einem kleinen Glas Brennnesselsamen, einer Anleitung für die Zubereitung von Brennnesselkaviar und mit einigen Goldnesseltrieben und Kornelkirschenzweigen hübsch verpackt als Geschenk übergeben.

Lächeln und Küsschen nicht vergessen 😉

Brennnessellobby bei facebook

Die Brennnessellobby hat jetzt auch eine eigene Seite bei facebook.

https://www.facebook.com/brennnessellobby

Ein Internet – aber unzählige Portale, auf denen man Informationen posten kann. Oder muss?

Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Und sind trotzdem nicht in der Lage, unabhängig von kommerziellen Interessen miteinander zu kommunizieren. Überall werden wir mit Werbung bombardiert oder zur Kasse gebeten. Wann bekommen wir endlich ein wirklich soziales Netzwerk?

Brennnessellyrik

Wenn ich in der langen Winterpause ohne frische Brennnesseln schon nicht kulinarisch kreativ mit Brennnesseln arbeiten kann, dann wenigstens sprachlich: hier sind meine neuesten Texte zum Thema Brennnesseln. Musiker Klaus Falkenberg alias Claudio di Facere sitzt schon an der musikalischen Interpretation. Und ich freu mich schon aufs singen 🙂

 

 

Marienkäfer auf Brennnessel

Marienkäfer auf Brennnessel

 

Hurra, die Nesseln kommen

 

 

Sie kamen von allen Seiten

Um sich vor mir auszubreiten

Ich schrie: ich reiß euch alle raus

Sie krochen fast in unser Haus

 

Die Nachbarn schauten wie gebannt:

Wir werden alle überrannt!

Sie ließen die Rasenmäher knattern

Und die Akkusensen rattern

 

Doch irgendwann im Mai

Da war meine Panik vorbei

Ich ließ mich von ihnen umgeben

sie durften nach oben streben

 

Ich lernte mit ihnen zu leben

Ihre Wurzelnetze zu weben

Sie gaben mir Nahrung dafür

Und Natur direkt vor der Tür

 

Ich bin jetzt in ihrem Bann

Und zeige allen was sie kann

Lässig dozier ich aus dem Sessel

Über den Nutzen der brennenden Nessel

 

Manche Menschen sind wie Brennnesseln

 

Manche Menschen sind wie Brennnesseln

Unterdrücken alles um sich herum

Wollen die Einzigen sein

 

Manche Menschen sind wie Brennnesseln

Schlummern im Verborgenen

Warten auf ihren großen Tag

 

Manche Menschen sind wie Brennnesseln

Stärken die, die sie lieben

Gemeinsam gegen den Rest der Welt

 

Manche Menschen sind wie Brennnesseln

Tun sich zusammen

Und siegen

Bildung: Brennnesselwissen? Für wen?

Brennnesselwissen

Brennnesselwissen

Was gehört eigentlich zur Allgemeinbildung? Und wer bestimmt das?

Millionen von Schülern quälen sich mit Schulwissen, dass sie in ihrem Kurzzeitgedächtnis abspeichern. Für die nächste Prüfung.

Wirkliches Wissen, das wissen wir alle, stellt sich nur ein, wenn man in Vorgänge selbst eingebunden ist. Wenn man etwas wirklich braucht. Darauf angewiesen ist. Etwas anwenden möchte.

Wer braucht also das Wissen über Brennnesseln? Und welcher Teil des umfangreichen Wissens über Brennnesseln sollte jederzeit abrufbar sein?

Mehr als je zuvor sind wir heute Konsumenten. Und jeder, der mal in das Studium der Wirtschaftswissenschaften hineingeschnuppert hat, weiß, dass die mächtigste Wirtschaftsgruppe die der Konsumenten ist. Diese sogenannte „Konsumentenpower“ wird nicht umsonst wo wir gehen und stehen umworben durch Werbung. Wohlgemerkt durch Werbung nicht durch Aufklärung, also Bildung!

Unser Bildungssystem steht vor vielen Herausforderungen. Neue und noch wichtiger: alte Inhalte müssen auf Relevanz für die zukünftige (menschliche) Gemeinschaft überprüft werden. Eine gemeinsame 1. Fremdsprache ist in Zukunft genauso wichtig, wie eine einheitliche globale Schrift.

Allgemeinbildung für das elementare Grundverständnis von Zusammenhängen des täglichen Lebens, regionales Wissen, neue Bildungsorte, generationsübergreifende Schwerpunkte, Soziale Kompetenz, Spezialisierung sind dabei nur einige Stichworte.

Regelmäßiger Unterricht in der Schule und an außerschulischen Standorten sind für das Verständnis genauso hilfreich, wie das Einbeziehen von praktischen Projekten. Denn „begreifen“ im Sinne von verstehen kommt von begreifen, also etwas in die Hand nehmen.

Die Brennnessel könnte in den Regionen, in der sie heute zum Glück noch wild vorkommt, einen multifunktionalen Bildungsinhalt darstellen. Dass sie für das heute als besonders effektiv geltende mehrdimensionale Lernen mehr als genug Potential hat, kann jeder in diesem Blog (Eine Lobby für die Brennnessel) sehen. Einmal verinnerlichtes, wertvolles Wissen über Brennnesseln bleibt auch ohne Prüfungen erhalten. Ein Leben lang.

Ein Konsument mit Brennnesselwissen vermisst bei uns im Brennnesselland Deutschland regionale Produkte mit Brennnesseln in viele Produktgruppen. Da wir alle Konsumenten sind, sollten wir alle ein ausreichendes Brennnesselwissen haben!!!

Brennnesseln stärken die Gemeinschaft

Wir haben es in der Hand...

Wir haben es in der Hand…

Die Überschrift „Brennnesseln stärken die Gemeinschaft“ wartet schon lange auf meiner Brainstormingliste darauf von der Gedankenwolke meines Gehirns in Worte umgewandelt zu werden. Die schrecklichen Terrorakte der letzten Zeit erinnern mich mal wieder daran, dass es Hass, Verzweiflung und Perspektivlosigkeit sind, die Menschen zu solchen Taten schreiten lässt.

Die Mächtigen der Erde haben Jahrtausende lang unseren Planeten und all seine Ressourcen, lebendig oder tot ausgebeutet. Sie haben Menschen unterteilt in gut und böse, arm und reich, stark und schwach, intelligent und dumm. Sie haben private Vorlieben, wie die Religionszugehörigkeit dazu benutzt, Menschen gegeneinander zu hetzen. Sie haben anhand von Hautfarbe oder Geschlechtszugehörigkeit den sozialen Status festgelegt.

Wer Ungerechtigkeit sät, wird dafür Feindseligkeit und Ausgrenzung ernten. Und das ist gewollt. Verzweifelte Menschen suchen sich ein Ventil. Das kann Konsum sein oder Kampf. An Beidem wird fleißig verdient!

Menschen sind soziale Wesen. Wir erleben mit den aktuellen Bekundungen der Anteilnahme, wie z.B. „Je suis Charlie“ dass manchmal tiefste menschliche Enttäuschung mehr Positives in Gang setzen kann, als der harmonischste Austausch von Gleichgesinnten. Aber wir dürfen diese positive Energie nicht verpuffen lassen. Es gilt jetzt zu handeln.

Es ist Zeit zusammenführende Rituale zu schaffen. Rituale, die Menschen zusammenbringen. Jenseits dessen, was uns trennt. Und jenseits von Ideologien.

Das wichtigste Element, das die Menschen schon immer miteinander verbunden hat, war die Kultur des gemeinsamen Essens. In Zeiten von Massentierhaltung und industrieller Nahrungsmittelzubereitung bietet sich gemeinsames Treffen in der Natur an, in der jeder, unabhängig von seinem sozialen Status, durch das Sammeln von essbaren Wildpflanzen, wie der Brennnessel, zur allgemeinen Nahrungsgrundlage beitragen kann und an dessen Ende die gemeinsame Zubereitung und Verköstigung steht.

Ein solches Ritual im Frühling würde nicht nur den regionalen Zusammenhalt stärken und die Sensibilität für die eigene Umgebung wecken, es könnte in allen Regionen der Erde stattfinden und ein Symbol für den Willen eines gemeinsamen Neubeginns stehen. Für meine Heimatregion schlage ich die Brennnessel als Hauptbestandteil dieses symbolischen Essens vor.

Was meint ihr?

Internetlinks zur Brennnessel

Hier entsteht gerade eine Linkliste zum Thema Brennnesseln für euch. Unten seht ihr bereits die ersten Links. Ich werde sie nach und nach ergänzen.

Die Lobby für die Brennnessel versteht sich als Gemeinschaftsportal. Es gibt noch ein immenses Wachstumspotential. Bitte helft mit. Kennt ihr noch schöne Links?

http://www.brennnessel-dresden.de/

https://brennnessellobby.wordpress.com

http://www.chefkoch.de/rs/s0/brennnessel/Rezepte.html

http://www.der-andere-weg.de/produkte/wissenswertes/die-brennnessel.html

http://eatsmarter.de/rezepte/zutaten/brennnessel-rezepte

http://www.ernaehrung.de/lebensmittel/de/G261100/Brennnessel-roh.php

https://www.facebook.com/groups/682556745168643/

http://fddb.info/db/de/lebensmittel/naturprodukt_brennessel/index.html

http://gruenesmoothies.de/blog.php/wilde-welt-wissen-bestimmung-wildkrauter-wild

http://www.gruenevogtei.com/

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/b-nessel.htm

http://www.heilpflanzengarten.net/heilpflanzen/sammlung/brennnessel_mono.htm

http://ideen.boever.de/?page_id=379

http://www.kann-man-essen.de/

http://www.kaesekessel.de/kraeuter/b/brennessel.htm
http://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/brennessel.htm

http://www.kraeuterweisheiten.de/heilpflanzen-bei…

http://www.kraeuter-welt.de/…/brennessel-urtica-diolca…

http://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/iab/dateien/wildkraeuter_brennessel.pdf

www.naju-wiki.de/index.php/Brennessel

http://www.naturstoff.de/shop/Stoffe/Brennessel/900096/f.html

http://www.rezeptewiki.org/…/Spezial:Link…/Zutat:Brennnessel

http://selbstversorgung.phpbb8.de/futter-f53/die-brennessel-richtig-gutes-futter-t1458.html

https://siedendbunt.wordpress.com/author/eckisoap/
http://www.snakeeaters.at/selbstgemacht_brennesselschnur…

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15876203.html

http://www.yarrah.com/de/yarrah/naturliche-zutaten/krauter/brennnessel

http://www.youtube.com/watch?v=sfo55uSx3UM&feature=youtu.be

https://www.youtube.com/watch?v=MUJNxu0igis

http://www.youtube.com/watch?v=sVoNucYybsE

http://youtu.be/u6BsmFmqZEQ

http://de.wikipedia.org/wiki/Brennnesseln

http://www.zauber-kraut.de/zauber-kraut-brennessel

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/brennnessel.html

Die Brennnessel und die Nahrungsmittelindustrie

Die Nahrungsmittelindustrie produziert was das Herz begehrt...

Die Nahrungsmittelindustrie produziert was das Herz begehrt…

 

Nichts ist leichter, als ein Essen mit Brennnesseln zuzubereiten. Vorausgesetzt man hat welche im eigenen Garten. Ideal ist sie für den modernen Singlehaushalt. Innerhalb von wenigen Minuten ist eine ausreichende Menge gepflückt und schmackhaft zubereitet. Keine lange Vorbereitung, wie putzen oder schälen. Keine lange Zubereitungszeit.

Will man allerdings Geld mit Brennnesselprodukten verdienen, wird die Handarbeit schnell unwirtschaftlich: Um 1kg Brennnesseln zu pflücken braucht man, je nach Jahreszeit, etwa 30 Minuten. Bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro, je nach Kostenaufwand für die genutzte Landfläche und zuzüglich der Transportkosten , bedeutet dies im Falle eines regionalen Angebotes, einen Mindestpreis von etwa 8 Euro für 1kg frische, handgepflückte Brennnesseln.

Für ein fertiges Brennnesselprodukt müssen noch die Zubereitungszeit und die Betriebskosten für die Zubereitung dazugerechnet werden. Für einen Kleinunternehmer stellt sich außerdem noch die Frage: wie kommt mein fertiges Produkt zum Kunden? Und wie bewerbe ich mein Produkt so, dass potenzielle Kunden darauf aufmerksam werden?

Die lukrativste Möglichkeit für die Herstellung im kleinen Rahmen ist die Kooperation mit Unternehmern der direkten Umgebung oder die Gründung einer eigenen Gastronomie und/oder eines eigenen Vertriebs. Dies setzt die richtige Infrastruktur und den Zugriff auf die geeignete Zielgruppe voraus oder man nutzt die online Vermarktung.

Alles durchaus möglich. Aber ist dies noch zeitgemäß?

Die industrielle Nahrungsmittelproduktion ist angetreten um uns das Leben zu erleichtern. Der Landwirt erntet in Null komma nix die Rohstoffe, die großen Lebensmittelkonzerne produzieren effizient und immer umweltgerechter, die Distributionswege sind ausgeklügelt und der Konsument wird an allen Stellen der modernen Kommunikation von Produkten umworben.

Der Haken ist nur: die Industrie ist auf Profit programmiert. Hoch spezialisierte Fachkräfte haben nur ein Ziel: mit möglichst wenig Input den maximalen Gewinn zu generieren. Die Folgen spüren wir heute überall. Lebensmittelskandale, Monokulturen, Burnout Syndrom.

Die Mutter (manchmal, aber seltener, auch der Vater) von heute hat auch ein Ziel: Ihrer Familie eine angenehme Zeit zu bereiten und das mit möglichst glücklichen und gesunden Familienmitgliedern. Und bezogen auf die Ernährung ist sie Ökonomin, Ökologin und Ökotrophologin in einer Person: Sie versucht ihren Lieben gesunde Nahrungsmittel zu möglichst günstigen Preisen und in möglichst kürzester Zeit vorzusetzten. Fertigprodukte erleichtern das Leben hier sehr! An erster Stelle das Brot! Ein Stück Kultur zum Aufessen! Schon früh in der Menschheitsgeschichte wurde die Herstellung von Brot in Gemeinschaft bewältigt um effizient zu arbeiten. Das Bäckerhandwerk entstand. Heute sorgt zunehmend die Industrie für günstige Brote, doch das reicht ihr nicht. Sie versucht immer mehr Gewinn für sich herauszuholen. Das Brot ist heute meist ein Kunstprodukt aus viel Chemie und Zucker und zuckerähnlichen Stoffen um die Chemie geschmacklich zu überdecken. Wir können dem Brot heute nicht mehr vertrauen. Nicht einmal beim Bäcker! Und das muss sich dringend ändern. Die Erfindung des Sauerteiges ist Teil unserer Kultur und wir brauchen zukünftig Grundnahrungsmittel, die diese Kultur verkörpern und die zu einheitlichen Preisen und nachvollziehbaren Rezepturen unser Vertrauen verdienen. Es gibt seit Jahrhunderten ein Reinheitsgebot für Bier, wann bekommen wir das Reinheitsgebot für Brot?

Kulturell betrachtet ist das Ur-Brot in seiner Beschaffenheit aus Getreide, Wasser und Salz perfekt. Ernährungswissenschaftlich betrachtet ist es verbesserungsbedürftig und vor allem verbesserungsfähig. Wir essen heute zu kohlenhydratreich und verzehren zu wenige Grünpflanzen. Warum also nicht zu den Grundzutaten eine weitere Zutat hinzuzufügen? Genial hierfür: Die Brennnessel! Bei einem Anteil von 10% ergänzt sie Brot um wertvolle Nährstoffe und tritt geschmacklich nicht in den Vordergrund.

Sozialwissenschaftler, Ernährungswissenschaftler, Ärzte, Politiker und Wirtschaftswissenschaftler fordern schon seit Jahren mehr soziale Verantwortung für Unternehmer. Das Brennnesselbrot ist ein Anfang!!!