Jutta und ich

So, Frank Westermann hat mir freundlicherweise dieses Foto überlassen, damit ihr auch mal seht, dass an dem Testbeet am Ackerrand in Deckbergen real existierende Menschen arbeiten 😉

Zur Erinnerung: Frank Westermann ist der Ehemann von Jutta Meves, die mir bei der Feldarbeit tapfer zur Seite steht. Hier seht ihr uns, Jutta und mich, mit schwerem Gerät 🙂

 

Jutta und ich

Jutta Meves (links) und ich

Brennnesseln mit Sauce Hollandaise

So einfach geht lecker:

 

Kartoffeln halbieren, Schnittfläche salzen und ca. 30 min im Ofen backen. Eine Portion Brennnesseln pflücken, in einen Topf geben, salzen und in wenig Wasser ca. 10 min dünsten. Mit Hollandaissauce (selbst gemacht oder Fertigprodukt) servieren.

Dazu marinierte Chilies oder Sambal Olek bereitstellen.

 

Schneller geht´s wie bei mir mit frischen Brennnesseln und aufgewärmten Resten vom Vortag. Typisch  10 min Samstagsessen eben  🙂

 

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Brennnesseln mit Backkartoffeln und Sauce Hollandaise

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…und aus der Nähe sieht es dann so aus 😉

Brenno rührt sich nicht

Mein männlicher Brennnesselkandidat, der für ein Leben als Indoor-Bonsai vorgesehen ist, verharrt reglos im Dunklen des Wohnzimmers.

Seit ich ihn im April umgepflanzt habe, ist er unverändert geblieben. Was für eine pflegeleichte Zimmerpflanze 😉

Während sich seine weibliche Schwester im Topf, Brennhild I, schon kurz  vor der Blüte befindet, wartet er geduldig darauf, dass ihm die tiefstehende Sonne im Winter wieder das begehrte Licht an die Blätter bringt.

In seiner roten Glasvase vor dem Blütenkalender sieht er trotzdem sehr dekorativ aus. Ab und zu ein Schlückchen Wasser, mehr braucht er momentan nicht zum Glücklichsein.

Der Plan geht auf: Im Sommer frische Brennnessel aus dem Garten und frisches Wintergemüse aus dem Zimmer! Ich freu mich jetzt schon auf´s Ernten 😉

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So viel wie nötig

Wie jeden Freitag in den letzten Wochen, habe ich bei meinem Testbeet am Ackerrand vorbeigeschaut.

Die zarten, gepflanzten Pflänzchen erholen sich langsam. Der erste Borretsch blüht sogar schon.

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Ich musste nur ein wenig Gras aus dem Beet jäten, mehr gab es eigentlich nicht zu tun.

Die Buschbohnen sind immer noch unsichtbar im Boden – sind sie? Zur Sicherheit habe ich noch mal 2 Querreihen Radieschen dazugesät und Feldsalatsamen auf dem Beet verteilt.

Danach habe ich noch ein wenig gehackt. Vor allem um das Hauptbeet herum:

Noch ein bisschen  Kerbel, Schnittlauch und Mangold gewässert, es soll ja am Wochenende regnen, und tschüss bis nächsten Freitag 😉

 

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Die Zukunft schwebt

 

Als Kind habe ich die Fix und Foxi Hefte geliebt. Eine Ausgabe hat mich ganz besonders in den Bann gezogen: Krach ums Kraftei. Es ging um die lustige Lilli, deren Vater Erfinder war und unter anderem ein schwebendes Fahrzeug,  „Kraftei“ genannt, erfunden hatte.

Ich fand die Idee faszinierend, dass Autos kugelrund waren und sich auf einer Art Magnetfeld fortbewegen konnten. Unfälle wurden abgefangen, denn sie stießen alles ab. Straßen waren überflüssig, man konnte langfahren wo man wollte. Und das Beste daran natürlich: schon die kleine Lilly konnte das Ding fahren 🙂

Kraftei

 

Wir waren etwa zeitgleich, als ich von diesem Kraftei las, im Jugoslawienurlaub und fuhren mit einem Luftkissenboot für einen Tagesausflug nach Venedig.

Es war also technisch möglich Fahrzeuge zum Schweben zu bringen! Ich konnte es kaum fassen und freute mich schon darauf bald in einem schwebenden Auto zu sitzen!

Mit 18 besuchte ich mit Freunden Wuppertal und fuhr zum ersten Mal mit der Schwebebahn. Ich erinnerte mich an die lustige Lilli und war enttäuscht: 10 Jahre waren seitdem vergangen und die Autos sahen immer noch so aus wie damals.

10 Jahre später nahm ich während meines Sozialwissenschaftsstudiums an einem autonomen Seminar an der Uni teil. Es hatte den Titel: Umweltschutz und Umweltbewusstsein und ich erhielt zufällig ein Referatsthema über den Individualverkehr.

Ich recherchierte über Zukunftsvisionen, geschichtliche Entwicklungen der Mobilität, erfuhr vom Sterlingmotor und vielem mehr. Am meisten bewegt war ich allerdings davon, dass Elektroautos in der Anfangszeit der Automobile vor allem gegen die motorisierten Fahrzeuge verloren, weil sie geräuschlos waren. Es gab noch kein Internet und kein Fernsehen, man wollte sich unterhalten und dazu war es wichtig, so viel Aufmerksamkeit wie möglich auf sich zu ziehen. Man wollte gehört und gesehen werden! Wozu also ein geräuschloses Auto?

Wieder 10 Jahre später beschäftigte ich mich mit der Belastung der essbaren Wildpflanzen und der Felder am Straßenrand. Abgase und giftiger Reifenabrieb belasten Mensch, Tier und Pflanze und wieder erinnerte ich mich an die lustige Lilli.

Nun sind schon wieder 10 Jahre vergangen. Ich beschäftige mich noch immer mit Gift auf unserem Essen und denke wieder an die lustige Lilli …

Autofreier Sonntag

Diesen Sonntag ist es wieder soweit:

Auf dem Slowfood-Hannover-Stand gibt es erneut die berühmte Brennnesselsuppe. Vor 2 Jahren in Kooperation mit Sascha Kristin Soederhuyzen von der Suppenstube in der Deisterstraße entstanden, werden wir sie auch dieses Jahr wieder gemeinsam zubereiten.

 

Autofreier Sonntag

 

Mal sehen was das Geschmacksatelier diesmal kreiert hat 🙂

Unbedingt vorbeikommen und probieren. Wir freuen uns auf euch!

Mangold im Nest

Raumschiff Erde, Logbucheintrag vom 22.5.2016

Wir befinden uns auf dem Raumschiff Erde mit der Mission „Essbares Land“. Hier spricht Birgit B. Brinkmann.

Mangold gehört genau wie die Brennnessel zu den Gemüsesorten, die gegart wie Spinat schmecken. Im Gegensatz zur Schaumburger Wappennessel wird er auch langsam wieder beliebter in der regionalen Küche.

Ich weiß, ihr hättet jetzt gern ein schönes Rezept 😉

Aber ich hab ihn gerade erst in unser Testbeet am Deckberger Ackerrand gepflanzt.

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Insgesamt 3 Pflanzen vom rot-stieligen Mangold haben Jutta und ich am letzten Freitag gepflanzt. Wieder wurden sie vor der Hacke der Gärtner im Schulgarten Linden gerettet.

Tja, in manchen Gärten wachsen Gemüsepflanzen als Unkraut 😉

Sie kamen in ein für sie freigehacktes Nest im Gras.

Ich hab heute schon zum Gießen vorbeigeschaut. Es geht ihnen prächtig!

Das bestehende Beet wurde mit einigen Kapuzinerkresse- und Speisechrysantemensamen ergänzt. Außerdem wurde ein neues Beet angelegt, in das wir Buschbohnen gelegt haben. Sie wurden nicht gewässert. Mal sehen wie sie sich ohne menschliche Wässerungshilfe  entwickeln. Noch sieht es nicht nach Buschbohnen – Leben aus …

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Wer Fragen zum Beet hat oder einfach mal vorbeischauen möchte ist herzlich willkommen! Wir treffen uns jeden Freitag ab 17.00 Uhr in der Feldwegverlängerung der Lehmkuhle.

 

 

ESC 2017

ESC 2017

 

Mein erstes Hörbuch mit selbst gesungenen und selbst geschriebenen Musiktexten ist ab jetzt als Download bei feiyr bereit.

Link

 

Cover

Das nächste Ziel steht fest:

Ich schreibe jetzt einen Song für den ESC 2017.

Gemeinsam mit Musiker Klaus Falkenberg werde ich jetzt auch dieses Projekt angehen!

 

Ich schreib jetzt ´n Song für den ESC

Ich hab auch schon nicht nur eine Idee 🙂

Spaziergang mit Gießkannen

Raumschiff Erde, Logbucheintrag vom 14.5.2016

Wir befinden uns auf dem Raumschiff Erde mit der Mission „Essbares Land“. Hier spricht Birgit B. Brinkmann.

 

5.00 Uhr Sommerzeit

Die Singdrossel weckt mich mit: Birgit, Birgit, Birgit…los, los, los…mach hin, mach hin, mach hin… und macht dann in unverständlichem Kauderwelsch weiter.

Was sagt sie? Ach ja, das Beet am Ackerrand!

Gestern ist es tatsächlich passiert. Die Idee, die ich seit Jahren in Gedanken mit mir herumtrage ist Wirklichkeit geworden. Wir haben gestern ein Testbeet gepflanzt!

Wir, das sind Jutta Meves und ich. Ihr Mann Frank Westermann war auch mitgekommen.

Der Boden war nach tagelangem Sonnenschein hart wie Beton. Mit Hacke und Spaten gingen wir mit vereinten Kräften auf den Ackerrand los, so das uns die Grasbüschel nur so um die Ohren flogen.

Frank stach ein paar mal mit dem Spaten in den Boden hinein, machte ein paar Fotos und verabschiedete sich …

Mehrere Trinkpausen später war es dann so weit: etwa 6 Quadratmeter nackter Boden lag vor uns. Staub trocken, aber pflanzbereit.

Nun holte ich meine Schätze hervor. Jungpflanzen, die ich in den beiden hannöverschen Schulgärten, in denen ich unterrichte, vor fleißigen, krautenden Gärtnerhänden gerettet habe: rote Melde, Borretsch, Rucola, roter Salatampfer, Baumspinat, und Kapuzinerkresse. Schnittlauch- und Kerbeljungpflanzen, Liebstöckel, und immerwährende Kresse bekam ich von unseren guten Gartenfeen mit auf den Weg. Und natürlich Saatgut en masse: Zuckererbse, Busch- und Feuerbohne, Mais, Feldsalat, Ringelblume, Kapuzinerkresse, Gemüsechrysantheme, Feldsalat, Spinat, Rettich, Salat, ….

Die Gärtner gaben mir den Tipp, das Saatgut nicht zu gießen, denn dann würde es erst keimen, wenn die Bedingungen stimmen und ist dann widerstandsfähiger. Wenn man einmal gießt, muss man alles zwingend regelmäßig feucht halten.

Wir sahen uns den staubigen Boden an und sahen uns an.

Unser erstes Beet sollte auch wie ein Beet aussehen!!!

Wir entschieden uns entgegen der Bedingungen für die Jungpflanzen. Liebstöckel und immerwährende Kresse pflanzten wir etwas abseits ins Gras und legten etwas Aushub drumherum. Wir hatten zwar die Erlaubnis von der Stadtverwaltung unseren Kompostmüll mit zum Grasschnitt des Sportplatzes zu bringen, fanden es aber erstmal super die Grasballen als Mulchschicht zu nutzen.

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Unser Hauptbeet bestückten wir mit den Jungpflanzen, deren feuchte Würzelchen vom Boden wie Löschpapier ausgesaugt wurden. Dazwischen streuten wir noch einige Ringelblumensamen.

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Wir gossen das Ganze an und überließen es der sengenden Sonne…

Danach kehrten wir noch bei „Mevemanns“ ein und genossen gemeinsam Juttas frisch gebackenes Brot und meine berühmte Brennnesselbutter. Frank durfte auch probieren 🙂

 

Und nun gehe ich um 5.30 Uhr mit zwei 10 und 5 kg schweren Gießkannen durch Deckbergen um unser Beet zu gießen…

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Nächsten Freitag geht es weiter. Gleiche Zeit, gleicher Ort!

 

 

Essbares Land

 

 

Raumschiff Erde, Logbucheintrag vom 9.5.2016

 

Wir befinden uns auf dem Raumschiff Erde mit der Mission „Essbares Land“.

Hier spricht Birgit B. Brinkmann.

 

Es ist Mai. Wonnemonat. In meinem Garten explodiert die Natur.

Obwohl ich nicht gesät und gepflanzt habe, gibt es mehr zu ernten, als ich verarbeiten kann.

Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Gundelrebe, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Waldweidenröschen, Brombeerblätter, Klettenlabkraut, Purpurnessel, wilde Kresse und vieles mehr. Das Superfood aus der Natur kommt ganz von selbst und hat alles, was der menschliche Körper zum Leben braucht.

Allein die Brennnessel enthält alle notwendigen Ernährungsgrundbausteine wie beispielsweise Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett.

Auf den Feldern finden wir Monokulturen. Ok. Das muss wohl so sein.

Auf dem Foto, das ganz beliebig irgendwo in Deutschland aufgenommen sein könnte, gestern von mir dokumentiert, sieht man ein frisch bearbeitetes Feld – und einen braunen Ackerrand.

 

Nanu?

Laut Wikipedia ist der Ackerrand : „ … ein Randbereich an Äckern, der ohne den Einsatz von Herbiziden und Pflanzenschutzmitteln bewirtschaftet wird, damit sich dort Ackerwildkräuter und die an sie angepasste Tierwelt ausbreiten und überleben können. …“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ackerrandstreifen ).

Seit 25 Jahren gehe ich in der Kulturlandschaft um Deckbergen zwischen den Feldern spazieren und entdecke weder typische Wildpflanzen, noch typische Tierwelt.

Na gut, Deckbergen ist eben besonders ordentlich, der Mensch steht im Vordergrund.

Also finden wir für den Menschen essbares am Ackerrand?

Nö!

So lange ich denken kann, wächst am Deckberger Ackerrand Gras. Denn Getreidefelder werden gegen zweikeimblättrige Pflanzen gespritzt. An den Rapsfeldern wächst dazwischen manchmal Ackerstiefmütterchen und Hirtentäschelkraut, die typischen Begleitkräuter von Raps. Die werden aber spätestens im Mai abgesenst. Der Grasschnitt bleibt drauf liegen. Ich habe massenweise Fotos mit gammelndem Gras auf Ackerrandstreifen.

Im Wonnemonat Mai!

Doch dieses Jahr wird das anders. In Deckbergen!

Die Menschen in Deckbergen mögen es ordentlich. Also kein Wildkraut am Ackerrand. OK.

Dann vielleicht Kulturgemüse am Ackerrand. Kulturpflanzen in der Kulturlandschaft. Werden die Deckberger Bauern auch das Kulturgemüse am Ackerrand vernichten?

Wir werden es sehen.

 

Am Freitag, den 13.Mai 2016, wird ein kleines Testbeet angelegt.

Treffpunkt ist an der Feldwegverlängerung der Straße „Lehmkuhle“ in Deckbergen.  Am Sitzplatz um 17 Uhr.

Wer mithelfen möchte ist herzlich dazu eingeladen.

Willkommen sind außerdem:

Jungpflanzen und Saatgut von Gemüse und einjährigen Blütenpflanzen, mit essbaren Blüten.

Gefüllte Gießkannen und entsprechendes Gartengerät.

Und natürlich etwas für das kleine Picknick hinterher!

Das schöne Wetter ist bestellt …