Das goldene Osterei nach der Brennnessellobbygenussformel

Das goldene Osterei

Das goldene Osterei

Bald ist wieder Ostern! Woran merken wir das? Ja natürlich: Lebensmittelproduzenten und Co. konkurrieren fleißig um die schönsten Osterprodukte.

Wer auf dem Land wohnt und sich in der Natur umschaut, wird jetzt auch langsam fündig: Die Hühner fangen an zu gackern, die Kornelkirsche blüht. Überrascht doch mal eure Lieben mit goldenen Ostereiern nach der Brennnessellobbygenenussformel:

Genuss ist gleich Natur mal Energie plus Zeit!

g = n*e+t

Zubereitung:

Hühnereier schütteln (verleiht dem gekochten Ei eine einheitlich goldene Farbe, sozusagen Rührei der natürlichen Art, verschiedene Schütteltechniken werden am 22.3.2015 bei der Schnippelparty in Bad Oeynhausen auf dem Brennnessellobbystand gezeigt) und/oder wie gewohnt kochen, pellen, aufschneiden und mit selbstgemachem Brennnesselkaviar, Goldnesselblättchen und einem Kornelkirschenblütensträußchen dekorieren. Fertig!

Als Geschenkidee:

Eier schütteln, kochen, mit einem kleinen Glas Brennnesselsamen, einer Anleitung für die Zubereitung von Brennnesselkaviar und mit einigen Goldnesseltrieben und Kornelkirschenzweigen hübsch verpackt als Geschenk übergeben.

Lächeln und Küsschen nicht vergessen 😉

Bildung: Brennnesselwissen? Für wen?

Brennnesselwissen

Brennnesselwissen

Was gehört eigentlich zur Allgemeinbildung? Und wer bestimmt das?

Millionen von Schülern quälen sich mit Schulwissen, dass sie in ihrem Kurzzeitgedächtnis abspeichern. Für die nächste Prüfung.

Wirkliches Wissen, das wissen wir alle, stellt sich nur ein, wenn man in Vorgänge selbst eingebunden ist. Wenn man etwas wirklich braucht. Darauf angewiesen ist. Etwas anwenden möchte.

Wer braucht also das Wissen über Brennnesseln? Und welcher Teil des umfangreichen Wissens über Brennnesseln sollte jederzeit abrufbar sein?

Mehr als je zuvor sind wir heute Konsumenten. Und jeder, der mal in das Studium der Wirtschaftswissenschaften hineingeschnuppert hat, weiß, dass die mächtigste Wirtschaftsgruppe die der Konsumenten ist. Diese sogenannte „Konsumentenpower“ wird nicht umsonst wo wir gehen und stehen umworben durch Werbung. Wohlgemerkt durch Werbung nicht durch Aufklärung, also Bildung!

Unser Bildungssystem steht vor vielen Herausforderungen. Neue und noch wichtiger: alte Inhalte müssen auf Relevanz für die zukünftige (menschliche) Gemeinschaft überprüft werden. Eine gemeinsame 1. Fremdsprache ist in Zukunft genauso wichtig, wie eine einheitliche globale Schrift.

Allgemeinbildung für das elementare Grundverständnis von Zusammenhängen des täglichen Lebens, regionales Wissen, neue Bildungsorte, generationsübergreifende Schwerpunkte, Soziale Kompetenz, Spezialisierung sind dabei nur einige Stichworte.

Regelmäßiger Unterricht in der Schule und an außerschulischen Standorten sind für das Verständnis genauso hilfreich, wie das Einbeziehen von praktischen Projekten. Denn „begreifen“ im Sinne von verstehen kommt von begreifen, also etwas in die Hand nehmen.

Die Brennnessel könnte in den Regionen, in der sie heute zum Glück noch wild vorkommt, einen multifunktionalen Bildungsinhalt darstellen. Dass sie für das heute als besonders effektiv geltende mehrdimensionale Lernen mehr als genug Potential hat, kann jeder in diesem Blog (Eine Lobby für die Brennnessel) sehen. Einmal verinnerlichtes, wertvolles Wissen über Brennnesseln bleibt auch ohne Prüfungen erhalten. Ein Leben lang.

Ein Konsument mit Brennnesselwissen vermisst bei uns im Brennnesselland Deutschland regionale Produkte mit Brennnesseln in viele Produktgruppen. Da wir alle Konsumenten sind, sollten wir alle ein ausreichendes Brennnesselwissen haben!!!

Die Brennnessel in der Landwirtschaft

 

Die Brennnessel: eine Randerscheinung

Die Brennnessel: eine Randerscheinung

 

Die Brennnessel spielt bei uns in Deutschland derzeit keine Rolle in der Landwirtschaft. Dabei ist sie in unserer Kulturlandschaft überall präsent. Durch die Eutrophierung von Luft und Wasser erhält sie so gute Wachstumsvoraussetzungen wie noch nie!

Dort wo nicht mit Pestiziden gegen Wildpflanzen gespritzt wird, erobert sie in Massen die Flächen auf Weiden, an Ackerrändern, an Flussufern, in Wäldern, unter Solaranlagen und an Straßenrändern. Im Rahmen der Pflegearbeiten wird sie fleißig und regelmäßig geerntet, aber nicht verwendet! Nicht für Biogasanlagen, nicht für die Papierherstellung und schon gar nicht für die Ernährung von Mensch und Tier!

In den letzten Jahren entdeckt die Gesellschaft das Thema Ressourcenverschwendung. Endlich findet ein Umdenken statt. Konsumenten sind bereit hässliches Obst und Gemüse zu kaufen. Zumindest wenn der Preis stimmt: Ein Aspekt, der in diese Diskussion unbedingt mit hineingehört, ist die Nichtnutzung von Ressourcen! Wie das Beispiel der Brennnessel zeigt, werden bisher deutschlandweit viele Millionen Tonnen nicht genutzt!

Landwirte lachen mich aus, wenn ich sie darum bitte ein Brennnesselfeld wachsen zu lassen. Würden sie auch noch lachen bei einem garantierten Preis von 20 Euro pro Kg frisch geernteter Brennnessel? Nein, sicher nicht! Überall würden neue Erntegeräte entstehen, die die wertvollen Pflanzen retten. Es gäbe einen Aufschrei, warum die Automobilindustrie immer noch rohölfressende Dreckschleudern herstellt und keine schwebenden Mutationen zwischen Elektroauto, Magnetschwebebahn und Tragflächenboot, damit man auch an Straßenrändern den Reichtum abschöpfen könnte!

Brennnesseln essen ist cool!

 

Brennnessel Cool

Brennnessel Cool

Es gibt kein Video, das beweist wie der erste Mensch die Herrschaft über die Brennnesseln erlangte. Genauso wenig existieren archäologische Funde die den Verzehr von frischen Brennnesseln dokumentieren. Kein Patent wurde angemeldet und es existiert bis heute keine Brennnesselverzehrsteuer. Und trotzdem ist es irgendwann passiert: Ein Mensch hat die Angst vor dem Berührungsschmerz mit der Brennnessel überwunden und die Pflanze als Nahrungsmittel entdeckt!

Die Menschen damals hatten natürlich robustere Handinnenflächen, die ihnen das Ernten der wehrhaften Delikatesse erleichterten. Sie waren den Umgang mit rauen Materialien gewöhnt. Trotzdem erleichterte die kluge Technik, die frischen Blätter mit Schwung vom Stängel zu streifen und schnell zu einer essfertigen Kugel zu formen den Verzehr ganz ungemein. Auf diese komfortable Art war er sich der Bewunderung und Nachahmung seiner Zeitgenossen sicher. Und ich behaupte, ganz ohne Beweis: Er war zweifellos der Coolste seiner Zeit!

Und doch wurde sein Name nicht überliefert. Kein Denkmal erinnert an ihn. Dabei wurde durch ihn und durch dieses wertvolle Lebensmittel so manche Hungersnot gemildert, zuletzt im 2. Weltkrieg. Seit Jahrtausenden wird das Brot als erstes handwerklich zubereitetes Nahrungsmittel mit menschlichem Know how gefeiert. Ich sage dieser Platz gebührt der Brennnessel 😉

Marmelade mit Brennnesseln

Elisabeth bei den Vorbereitungen

Elisabeth bei den Vorbereitungen

 

Menschen lieben Marmelade. Elisabeth Schmelzer liebt Menschen und Lebensmittel. Schon seit vielen Jahren setzt sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Lothar mit Green Fair Planet dafür ein, dass es Menschen gut geht und Lebensmittel und Energie nicht verschwendet werden.

Gestern wurde also in einem generationsverbindenden Event in der Druckerei Bad Oeynhausen gemeinsam Marmelade gekocht. Alle halfen begeistert mit beim Obst schnippeln und der Umsetzung der kreativen Marmeladenideen von Elisabeth – alle mit absolutem „WOW“ Effekt! Die Kinder knabberten frisches Obst und rührten voller Vorfreude in Ihrer selbst ausgesuchten und mit Elisabeth teilweise vor Ort entworfene Marmeladenspezialität. Ganz nebenbei lernten sie dabei, dass frisches Obst gesund und lecker ist und zur Zubereitung nur die Sonnenenergie und gesunde Zähne braucht. Die Leckerlies unserer Vorfahren durften sie auch nebenbei probieren: Gedörrte knusprige Obstchips aus Banane und Apfel und natürlich ohne Zuckerzusatz.

Auch meine Brennnesseln und ich bekamen eine Chance Teil dieser tollen Veranstaltung zu werden: Elisabeth kreierte eine Apfel-Möhren-Marmelade mit frischen Brennnesselblättern und ich eine Orangen-Limetten-Apfel- Brennnesselsamen-Marmelade.

Auch für Ohrenschmaus war gesorgt, organisiert von Ingo Kramer von der Musikschmiede und vielen regionalen Künstlern. Ein rundum gelungenes Fest 😉

...gemeinsam schnippeln und klönen...

…gemeinsam schnippeln und klönen…

Handarbeit

Handarbeit

Historisches Gerät

Historisches Gerät

Kinder in wichtiger Funktion

Kinder in wichtiger Funktion

Musik, zwo, drei, vier...

Musik, zwo, drei, vier…

Was macht die Brennnessel so liebenswert?

Heissgeliebte Brennnessel

Heissgeliebte Brennnessel

 

Zu allererst: Die Brennnessel schmeckt lecker!

Sie enthält im Gegensatz zu anderen essbaren Wildpflanzen keine Bitterstoffe. Frische Brennnesseln haben einen neutralen Geschmack mit einer vegetabilen Note. Das  Tolle an Brennnesseln ist, dass man sie dank ihres Geschmacks praktisch überall ins Essen „einbauen“ kann. Es gibt sogar Kuchenrezepte für frische Brennnesselblätter. Ich liebe besonders würziges Brennnesselgemüse, das wie Spinat zubereitet wird.

Die Brennnessel, Urtica dioica, ist besonders eiweißreich, enthält viel Vitamin C, Provitamin A, Vitamin E, B und K. Sie bietet einiges an Mineralstoffen und Spurenelementen, wie z.B. Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Phosphor, Bor und Silizium. Außerdem natürlich die oft vergessenen  und deswegen inzwischen von der Ernährungswissenschaft auch umbenannten sekundären Pflanzenstoffe, nun also Vitalstoffe , wie Chlorophyll und Carotin und schließlich ungesättigte Fettsäuren. Die Vielfalt ihrer gesundheitlichen Wirkungen ist legendär und darf fröhlich gegoogelt werden. Ganz allgemein stärkt sie besonders das körpereigene Abwehrsystem und trägt dadurch ganz wesentlich zu mehr Gesundheit bei.

Für die Landwirtschaft könnte sie in Zukunft interessant werden, da sie als mehrjährige Pflanze der Erosion entgegenwirkt und als Blattpflanze regelmäßig beerntet von April bis zum ersten Frost Erträge liefert. Außerdem könnte sie durch ihre Schattenverträglichkeit Grundlage einer neuen Kulturlandschaft werden, in der auch Bäume und früchtetragende Begleitsträucher ihren Platz haben können.

Ganz besonders interessant sind die Samen, die man, wie natürlich auch die Blätter, das ganze Jahr über als Trockenvorrat zur Verfügung haben kann. Im Mittelalter gab es ein Brennnesselsamenverzehrverbot für Mönche, weil sie als Aphrodisiakum galten. Das tun sie übrigens auch heute 😉

Vernunft und Brennnesseln

Nachdenkliches...

Nachdenkliches…

 

 

Vernunft ist das was den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet. Doch leider regiert die Vernunft das Zusammenleben der Gesellschaften nur in den seltensten Fällen. Meist bleibt uns nur hilflos und sprachlos dem Weltgeschehen zuzuschauen.

In der Vergangenheit wurde oft der Hungerstreik als letztes politisches Mittel eingesetzt um auf Missstände aufmerksam zu machen. Dieses Machtinstrument hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Wird kein Umdenken erreicht endet dieser Kampf mit dem Tod!

Die Brennnessel ist für mich das Symbol für einen Wandel im Umgang mit der Natur und den Menschen untereinander. Das gemeinsame Essen von Brennnesseln lässt sich in unserer westlichen Kultur leicht umsetzen. Ich habe dies schon bei vielen Gelegenheiten mit verschiedenen Gruppen vollzogen. Es gibt den Teilnehmern das Gefühl etwas zu bewegen, Teil einer starken Gemeinschaft zu sein und das wohlig-wärmende Gefühl im Bauch, das die Brennnessel hinterlässt.

Das einzige, was dafür benötigt wird ist Vernunft. Und die Erkenntnis, dass Ernährungsgewohnheiten kulturell entstehen. Ich freue mich jetzt schon auf das Jahr 2015 und hoffe, dass sich die Brennnesselbewegung weiter ausbreitet. Vielleicht wird es ja das Jahr der Brennnessel?  …

Der Preis der Brennnessel

  Brennnesseln im Körbchen Küche.jpg

Die erste Kooperation mit einem Biobäcker für mein neues Projekt: „Brennhilds Genießer Tipp“ erforderte zertifizierte Biobrennnesseln. Statt wie bisher, selbst gepflückte Brennnesseln aus meinem wilden Garten, mussten nun professionell erzeugte Brennnesseln her. Aber genau so wollte ich es ja haben! Frische Brennnesseln als gehandeltes Gemüse, das wünsche ich mir schon seit Jahren. Eigentlich träumte ich davon, gleich einen der großen Lebensmittelproduzenten für dieses spektakuläre Projekt zu gewinnen, doch dazu an anderer Stelle mehr 😉

Ich brauchte also einen professionellen Biogemüsebauern! Glücklicherweise fand sich auch ein dem Biobäcker bekanntes Unternehmen bereit frische Ware bereit zu stellen, so dass es also losgehen konnte.

Der Preis haute meinen Partner allerdings glatt um:

Ein kg frische Brennnesseln aus dem Biolandbau kosteten 20 Euro!!!

Gestern (29.09.2014) las ich in der Zeitung, dass die Schweinepreise fallen. Die Schweinehalter beklagen den gegenwärtigen Preis von 1,46 Euro pro Kilo Schlachtgewicht. Im Supermarkt oder Discounter um die Ecke heißt das beispielsweise für ein Kilo Schweinemett etwa 5 Euro.

Irgendwas passt hier nicht oder?

Die Kooperation wurde trotz allem erfolgreich durchgeführt. Das leckere Produkt kam beim Kunden dank entsprechender Aufklärung, sowohl durch meine Anwesenheit vor Ort, als auch durch begleitende Probierhäppchen und Infomaterial bestens an. Für die nächste Aktion hofft der Biobäcker allerdings auf die Biozertifizierung seiner mit Brennnesseln bewachsenen Streuobstwiese im nächsten Jahr…

 

Brennnessellobbystatement:

Wir brauchen endlich die Gesellschaftswende! Heute werden Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert. Ein Produkt müsste eigentlich den Preis haben, den nicht nur seine Produktion erfordert, sondern auch die Auswirkungen auf die Umwelt. Wenn z. B. die Müllkosten bereits an der Kasse bezahlt würden, würden die Leute weniger Müll in der Botanik entsorgen. Bei Süßigkeiten würde es schon schwieriger einen fairen Preis zu ermitteln: Müssen wir die Krankenkosten für Diabetes und die Reinigungskosten für Medikamente im Trinkwasser mit einberechnen? Oder sollte die Gesellschaft für mehr Aufklärung sorgen und für ein kostenloses Krankenversorgungssystem? Das alles muss neu entwickelt werden…

 

Eine Lobby für die Brennnessel

Alles, was die Menschen zum Überleben brauchen, fanden sie ursprünglich in der Natur. Ein wichtiges Grundnahrungsmittel unserer Vorfahren war die Brennnessel. Diese vielseitige Eiweißlieferantin, enthält reichlich Vitamin C, Kalzium und vieles mehr. Urtica dioica ist schattenverträglich und eignet sich perfekt … Weiterlesen